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Trends des Winterfest-Turniers - 11. Dezember 2006

von Harold J. Chow

Da das Ende der Winterfest-Ranglistensaison 2006 unmittelbar bevorsteht, möchten wir diese Woche einen Blick auf die am kommenden Wochenende stattfindenden Playoffs werfen.

Das 32-er Feld

In den bevorstehenden Playoffs werden sich mehr Gilden als jemals zuvor um die ständige goldene Bordüre für die Umhänge ihrer Gilde streiten. Das 32-er Feld gab den Spitzengilden diesmal etwas mehr Freiraum auf dem Weg in die Playoffs, da sich Niederlagen nicht so brutal niederschlugen wie zuvor, während Gilden, die nur knapp an den letzten Playoffs vorbeischrammten, sich diesmal die Chance sichern konnten, sich im Wettkampf zu beweisen. Wir hoffen, dass das vergrößerte Feld sich als voller Erfolg beweisen wird und auch in Zukunft mehr Gilden an den Playoffs teilnehmen werden können.

Schweizer System und Kartenrotation

Das Schweizer System und vorgegebene Gildenhallen sind auch in diesen Playoffs wieder vertreten. Ein Manko des letzte Saison gespielten Schweizer Systems war der fehlende Anreiz, jede einzelne Runde des Turniers zu spielen. Das Risiko, die im K.o.-System gespielte Finalrunde aufgrund einer schlechteren Siegquote aus der Vorrunde zu verpassen, war einfach zu groß. Die diese Saison stärker gestaffelte Preisstruktur sollte dieses Problem beheben. Obwohl einige die Vorteile eines solchen Systems nicht sofort sehen mögen, ist die Bedeutung dieser Entwicklung für zukünftige Turniere sicherlich nicht zu unterschätzen.

Die letzte Saison in der Vorrunde gespielten vorgegebenen Gildenhallen-Karten haben sich äußerst gut bewährt und für etwas mehr Chancengleichheit gesorgt. Durch die vorgegebenen Karten mussten in jedem beliebigen Match beide Teams ihre Builds an die Karte bzw. die erwartete Strategie des Gegners anpassen, wodurch keine Gilde allein durch die Wahl der Karte einen Vorteil hatte.

Begrenzte Auswahl an Fertigkeiten

Eine mit Hochspannung erwartete Änderung dieser Playoff-Saison betrifft die Einschränkung erlaubter Fertigkeiten. Den teilnehmenden Teams der Winterfest-Playoffs stehen lediglich die Grundfertigkeiten (Core Skills) und Fertigkeiten aus Nightfall zur Verfügung. Dies bedeutet, dass viele Builds, die wir im Verlauf der Ranglisten-Saison gesehen haben, während der Playoffs schlicht und einfach nicht funktionieren werden. Beliebte Fertigkeiten wie zum Beispiel “Ausweiden”, “Ätherwunder”, “Verkrüppelungs-Schuss”, “Gesegnetes Licht”, “Schattenschlag” und “Blackout” werden leider nicht zur Wahl stehen. Auch Assassinen, die hauptsächlich Dolche benutzen, werden dieses Mal wahrscheinlich passen müssen, da ihnen in Nightfall nur ein Doppelangriff (eine Elite-Fertigkeit) zur Verfügung steht. Auch Primärklassen-Ritualisten werden wahrscheinlich auf der Tribüne platz nehmen, da sie Fertigkeiten aus Factions benötigen, um sich voll entfalten zu können.

Es ist jedoch zu erwarten, dass wir einige Sekundärklassen-Assassinen sehen werden, da der “Schattengefängnis"-Krieger/Assassine sich im Verlauf dieser Saison großer Beliebtheit erfreut hat. Die Fähigkeit, ein Ziel einzuschnüren und mit “Zerstückeln” einen Treffer mit kritischem Hieb-Schaden zu landen, ohne sich dabei zum Ziel hinbewegen zu müssen, macht diesen Charakter auf dem Schlachtfeld zu einer äußerst ernstzunehmenden Bedrohung. Ein Krieger, der seinem Arsenal “Unterbrechender Dolch” hinzufügt, kann seine Gegner aus der Distanz unterbrechen. Elementarmagier/Assassinen hatten durch die Verbindung von “Neutralität vortäuschen” und “Tödliches Paradoxon” eine äußerst wirksame Waffe in ihrem Arsenal. Da “Tödliches Paradoxon” die Aufladezeit der Rüstung verstärkenden und selbstheilenden Fertigkeit “Vorgetäuschte Neutralität” verkürzt, kann sich ein Elementarmagier/Assassine von seiner Gruppe trennen, um feindliche NSCs zu eliminieren und hat dabei eine größere Chance, lang genug zu überleben, um zurück in Reichweite der Heilermönche zu gelangen.

Auch Krieger/Mönche haben sich diese Saison erneuter Beliebtheit erfreut. Dies lag zweifelsohne an der Fähigkeit von “Genesungsberührung”, die Überhand nehmende Präsenz von “Ihr seid ganz allein!” und “Blendende Welle” einzuschränken. Krieger/Paragone, die “Heilmittel-Siegel” anstelle von “Genesungsberührung” einsetzen, werden wahrscheinlich ebenfalls in den Playoffs vertreten sein, da auch dieses Krieger-Build die mittleren und hinteren Reihen eures Teams mit der Entfernung von Zuständen entlasten kann. Sowohl “Heilmittel-Siegel” als auch “Heilungs-Berührung” besitzen die gleiche Aufladezeit wie “Blendende Welle” und der Gebrauch des Siegels bringt keine Energiekosten mit sich. Der seit kurzem äußerst beliebte Krieger mit “Ruhige Haltung” wird dieses Mal jedoch aussetzen müssen, da “Verzweiflungsschlag”, “Betrunkener Schlag” und “Fürchtet mich!” weder Grundfertigkeiten noch Fertigkeiten aus Nightfall sind. Und obwohl Krieger acht Sekunden “Sicht jenseits der Sicht” auf Adrenalin-Spikes erhalten wenn sie einen Sekundärklassen-Ritualisten spielen, bieten die anderen Sekundärklassen bessere Möglichkeiten.

Es ist zu erwarten, dass der Derwisch aufgrund von “Avatar Grenths” eine äußerst beliebte Wahl sein wird. Durch ihre Fähigkeit zur Entfernung von Verzauberungen mit Angriffsfertigkeiten können diese Derwische wichtige Verzauberungen wie “Schild der Absorption” und “Schutzgeist” von ihrem Ziel entfernen. Mit “Ebon Staubaura” können Derwische eine art “Linebacker” spielen und den Druck auf die Mönche durch wiederholtes Blenden feindlicher Nahkämpfer entlasten.

Obwohl Waldläufer mit “Verkrüppelungs-Schuss” diese Saison zahlenmäßig eine weniger große Rolle spielten, ist die Waldläuferklasse durch “Gemeinsam toben” für Nahkämpfer zu einer beliebten Wahl geworden. Mit dieser Fertigkeit sind Hammer schwingende Waldläufer in der Lage, Niederschlagsangriffe wie “Hammerstreich” schneller aufzuladen während das Attribut Fachkenntnis es ihnen erlaubt, Energieangriffe wie “Brutaler Schlag” häufiger einzusetzen. Waldläufer, die nach wie vor den Bogen bevorzugen, können noch immer auf “Wilder Schuss” und “Ablenk-Schuss” zurückgreifen und mit “Brennender Pfeil” Schaden verursachen, der im Zusammenspiel mit einem “Versengende Flammen"-Elementarmagier gut wirken würde. Waldläufer mit “Rauchfalle” wurden diese Saison nicht besonders oft gespielt aber könnten sich im richtigen Team gut entfalten, ganz besonders deshalb, weil Mönche auf die Fertigkeiten “Siegel der Reinigung”, “Heilmittel-Siegel” oder “Gegengift-Siegel” zur Entfernung von Zuständen ohne Zauber angewiesen sind, um Benommenheit zu umgehen.

Auch Paragone sollten dieses Wochenende gut in die meisten Teams passen. Mit ihrer Fähigkeit, gleichzeitig Defensiv- und Offensivarbeit zu leisten, werden sie zu sehr mächtigen Verbündeten. Trotz der vor kurzem reduzierten Wirkungsdauer von “Schon unterwegs!” ist diese Fertigkeit noch immer ein gutes mittel gegen Spikes. “Zielt auf die Augen!” sollte ein fester Bestandteil von Adrenalinspikes werden - ganz gleich ob Sekundär- oder Primärklassen-Paragone diese Fertigkeit wirken. Da Elementarmagier dieses Wochenende nicht auf den äußerst beliebten Wiederbelebungs-Gesang “Glyphe der Opferung” zurückgreifen können, solltet ihr dieses Wochenende damit rechnen, dass viele Paragone das wieder verwendbare “Siegel der Wiederkehr” ausgerüstet haben werden.

Wieder verwendbare Wiederbelebungsfertigkeiten hin oder her, Feuermagie-Elementarmagier waren während dieser Spielzeit durch die Kombination aus “Versengende Flammen”, “Glühender Blick” und “Flüssige Flamme” eine Furcht erregende Macht. Die meisten Fertigkeiten dieser Feuermagier qualifizieren sich entweder als Nightfall- oder als Grundfertigkeiten, und werden daher auch dieses Wochenende ihre volle Wirkung entfalten können. Auch Luft-Elementarmagier sollten am Wochenende mit von der Partie sein. Fertigkeiten wie “Blendende Welle” und “Eile des Sturm-Djinn” haben sich als unbezahlbar erwiesen (selbst dann wenn sie von anderen Primärklassen verwendet wurden), da Teams in letzter Zeit begannen, mit “Blitz herbeirufen"-Spike-Angriffen zu experimentieren. “Glyphe der geringeren Energie” sollte einigen Primärklassen- und Sekundärklassen-Elementarmagiern die nötige Energie verleihen, da diese Glyphe es ihnen ermöglicht, Fertigkeiten mit hohem Energieverbrauch wie z.B. “Gruppe heilen” zweimal in Folge praktisch umsonst zu wirken.

Memser werden unter Garantie die offensive Macht der Nightfall-Fertigkeiten “Geisterschmerz” und “Ableben des Verschwenders” in Verbindung mit den Grundfertigkeiten “Energiewelle” und “Energiebrand” entfesseln. Mesmer haben diese Saison verschiedene Sekundärklassen gespielt, darunter Elementarmagier mit “Blendende Welle”, Paragone mit “Zieht Euch zurück!” und “Schon unterwegs!” sowie Mönche mit “Zustände entziehen” und “Verhexung entfernen”. Die unglaubliche Flexibilität dieser Klasse und die hohe Zahl an Grundfertigkeiten und Fertigkeiten aus Nightfall, die Mesmer im Verlauf dieser Ranglistensaison eingesetzt haben, sollte diese Klasse für die Playoffs zu einer beliebten Wahl machen.

Nekromanten kamen diese Saison äußerst selten zum Einsatz aber spielten in bestimmten Team-Builds eine zentrale Rolle. Die Grundfertigkeiten “Verdorbenes Fleisch” und “Verrotendes Fleisch” können durch Zustände in einem Umfeld Druck ausüben, in dem Mönche “Zustand wiederherstellen” nicht verwenden können. “Zeichen des Schnitters” könnte in Verhexungs-Stapelungsbuilds eine wichtige Rolle spielen, wenngleich “Verhexungen umleiten” den Einsatz dieser Fertigkeit unter Umständen eindämmen wird.

Mönche werden sich mehr Sorgen über die Wahl ihrer Sekundärklasse als ihre Elitefertigkeiten machen müssen. Obwohl Mönche während der Playoffs nicht auf “Gesegnetes Licht” aus Factions zugreifen können, haben zahlreiche Gilden bereits eine Backline aus zwei Mönchen eingesetzt, in der ein Mönch “Eifrige Segnung” und der andere Mönch “Verhexungen umleiten” verwendet. Alle jene Mönche, die sich mittlerweile an ihren Sekundärklassen-Assassinen mit “Dunkle Flucht” und “Rückkehr” gewöhnt haben, werden sich nach einer anderen Fluchtmöglichkeit umsehen müssen. Krieger/Mönche werden jedoch “Heftiger Schildschlag” und “Ausgeglichene Haltung” verwenden können. Einige Mönche haben auch mit Paragon-Fertigkeiten experimentiert. “Beeilt Euch!” erlaubt es Mönchen, einem anderen Verbündeten beim wegkiten vor anderen Feinden zu helfen. Viele Mönche werden sich aber auf die Energie verwaltenden Qualitäten der Elementarmagier-"Glyphe der verringerten Energie” verlassen.

Mönch/Elementarmagier waren aufgrund von “Eile des Sturm-Djinn” und “Licht der Erlösung” auch schon des Öfteren als Flaggenläufer im Einsatz. Diese Elite-Version von “Gruppe heilen” ermöglicht es Mönch/Elementarmagier-Flaggenäufern, beim Heilen der Gruppe zu helfen, ohne dabei in der Nähe des Teams bleiben zu müssen. Das Team hat dann bei Sieg oder Tod drei Mönche und vor Gesundheit strotzende NSCs zur Verfügung.

Ein aufregendes Wochenende

Die Playoffs dieses Wochenende haben wirklich etwas für jeden Geschmack im Angebot. Denjenigen unter euch, die sich an hochkarätigen Matches nicht sattsehen können, bietet die Kombination aus Zuschauermodus und Schweizer System jede Menge Action. Wer sich stattdessen dafür interessiert, wie Gilden mit einer begrenzten Anzahl von Fertigkeiten umgehen, wird durch die Einschränkung der Fertigkeiten auf Grundfertigkeiten und Fertigkeiten aus Nightfall voll auf seine Kosten kommen. Alle anderen haben mit dem Winterfest-Wettkönig-Wettbewerb die Möglichkeit, ihren Favoriten die Daumen zu drücken, um sich dann bei den Xunlai-Turnieragentinnen ihre Wintergrün-Preise abzuholen!


Harold J. Chow ist ein freiberuflicher Guild Wars-Berichterstatter. Sein Gildenname lautet “Guild Informant”.