Status des Spiels – Woche vom 1. Mai 2006

Vorstellung von Ritualisten und Assassinen

Von Christian Brellisford

Vor einer Woche veröffentlichte ArenaNet die eigenständige Fortsetzung der ursprünglichen Kampagne Guild Wars Prophecies mit dem Titel Guild Wars Factions. Zusätzlich zu einer völlig neuen Storyline und einem erforschbaren Kontinent bietet das Spiel auch zwei nagelneue Klassen - den Ritualisten und den Assassinen. Die beiden unterscheiden sich deutlich voneinander und bringen neue Mechaniken in jeden Bereich des Spiels.  Doch was bedeutet das für derzeitige und zukünftige Guild Wars-Spieler? Lest weiter, um mehr herauszufinden.

Was ist ein Ritualist?

Der Ritualist ist von Natur aus eine vielseitige Klasse. Anhänger dieser Klasse können eine Vielzahl verschiedener Rollen, von Schadenwirkern (über Kanalisierung) bis zu Heilern und Unterstützern (durch Wiederherstellungs-Fertigkeiten), spielen. Sie haben neue Zauber, um Verbündeten Verstärker zu geben und können gebündelte Gegenstände halten, was den Ritualisten im Kampf zu einem wirkungsvollen Gegner macht. Die einzigartige Waffe im Arsenal des Ritualisten ist jedoch der Geist.

Ritualistengeister unterscheiden sich von jenen, die Waldläufer beschwören. Diese Diener sind an den Willen ihres Meisters gebunden und können Feinde angreifen, Verbündete verteidigen oder den Schaden, der für Teamgefährten bestimmt ist, selbst einstecken. Sie können Gegnern sogar Leben entziehen und ihren Gefährten Lebenspunkte geben - eine praktische Fertigkeit im Einsatz gegen zornige Rotten und starke Bosse. Eine der neuen Elite-Fertigkeiten des Ritualisten ist Fernweh. Wenn dieser Geist ein Ziel angreift, das sich nicht bewegt (vielleicht einen wirkenden Elementarmagier oder einen Krieger, der sein Schwert schwingt), kann er es mit Leichtigkeit erledigen.

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Fernweh
Elite-Binderitual. Erstellt einen Geist der Stufe X. Jedes Mal, wenn der Angriff dieses Geistes einen Gegner trifft, der sich nicht bewegt, wird dieser Gegner zu Boden geworfen und der Geist verliert X Lebenspunkte. Dieser Geist stirbt nach X Sekunden. (Attrib.: Zwiesprache)

In mancherlei Hinsicht gibt es zwischen dem Ritualisten und dem Waldläufer Gemeinsamkeiten, da die herbeigerufenen Geister von beiden wie Fallen funktionieren können. Bevor er in den Kampf zieht, wird ein findiger Spieler erst einmal eine Frontlinie entbehrlicher Verteidiger aufstellen, die aus geisterhaften Knechten aller Art besteht. Manche von ihnen benehmen sich wie stationäre Gefechtstürme, die mit Grundschadensarten oder Lebensentzug angreifen. Geister wie Schmerzen oder Blutgesang richten minimalen Schaden an, wenn sie jedoch mit der blendenden Macht von Schattengesang und den unterbrechenden Fähigkeiten von Missklang kombiniert werden, kann der Ritualist wirklich jede Menge Schaden zufügen!

In der Unterstützerrolle hat der Ritualist Ähnlichkeit mit einem Heil- oder Schutzmönch. Der Vereinigungs-Geist absorbiert ganz ähnlich wie Schützende Hände Schaden für die gesamte Gruppe. Mit Verschiebung kann ein Team feindlichen Angriffen ausweichen und so kostbare Sekunden gewinnen, um ein hochwertiges Ziel auszuschalten, ohne selbst Schaden zu erleiden.

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Unterschlupf
Binderitual. Erstellt einen Geist der Stufe X. Verbündete, die keine Geister sind, in seiner Reichweite können durch einen einzelnen Angriff nicht mehr als 10% maximale Lebenspunkte verlieren. Wenn dieser Geist Schaden verhindert, verliert er X Lebenspunkte. Dieser Geist stirbt nach X Sekunden. (Attrib.: Zwiesprache)

Unterschlupf ist eine großartige Fertigkeit gegen Feinde, die große Mengen Schaden zufügen. Ritualisten können diesen Geist auf ähnliche Weise einsetzen wie Mönche Schutzgeist.

Ritualisten müssen ihre geisterhaften Diener klug einsetzen. Sie sind sehr verletzlich, da man keine Zauber auf sie wirken kann (es sei denn, dies wird ausdrücklich angegeben). Die Aufstellung auf dem Kampffeld ist ausschlaggebend. Geister haben einen großen Wirkungsbereich, weshalb sie in großen Bündniskämpfen sehr nützlich sind, doch ihre Schadens- und Heilfähigkeiten machen ihren Einsatz auch in PvP-Kämpfen sinnvoll.

Was ist ein Assassine?

Der Assassine ist die zweite neue Klasse in Guild Wars Factions. Technisch gesehen ist er ein Nahkämpfer, der sich durch eine Palette einzigartiger Aspekte von seinem stämmigeren Vetter, dem Krieger, unterscheidet. Der Assassine verfügt über eine erhöhte Energieregeneration, die ihn wesentlich beweglicher macht. Es gibt zwei Schlüsselmechaniken, über die nur Anhänger der tödlichen Künste verfügen: Kettenkombos und die Fähigkeit zum Schattenschritt.

Der Assassine verwendet Dolche als seine primäre Waffe. Das Attribut Dolchbeherrschung dient vielen Fertigkeiten, die miteinander kombiniert werden können. Leithandangriffe leiten eine Kette von Angriffen ein, werden von Begleithandangriffen gefolgt und schließlich wird das Ganze mit einem Doppelangriff abgerundet. Diese 1-2-3 Hiebe können Zustände herbeiführen, feindliche Angriffe unterbrechen oder eine Vielzahl anderer Auswirkungen haben, die Gegner schnell und effizient ausschalten. Sollte ein Gegner dem Schlag eines Assassinen ausweichen oder ihn unterbrechen, wird die Angriffskette unterbrochen und der Angreifer dazu gezwungen, den Vorgang neu zu starten. Zum Glück verfügt der Assassine jedoch auch über Verhexungen und Zauber, um dem entgegenzuwirken. Gemeinsam mit rasanter Energieregeneration können seine Fertigkeiten wiederholt im Kampf eingesetzt werden.

Der größte Unterschied zwischen dieser und anderen Klassen in Guild Wars ist die Fähigkeit zum Schattenschritt. Schattenschritt ist eine Art des Teleportierens, die dazu verwendet werden kann, das Kampffeld schnell abzudecken, manchmal, um an willkürliche Orte zu gelangen, manchmal an ganz bestimmte Zielorte. Es ist ein wirkungsvolles Mittel, um eine Reihe von Gegnern anzugreifen oder aus einem verlorenen Kampf zu flüchten.

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Aura der Verschiebung
Elite-Verzauberung. Wenn Ihr Aura der Verschiebung wirkt, macht Ihr einen Schattenschritt zum Gegner. Wenn Ihr Aura der Verschiebung nicht länger aufrechterhaltet, kehrt Ihr an Euren ursprünglichen Ort zurück.

In großen Bündniskämpfen kann der Assassine seine mächtigen Fertigkeitskombinationen einsetzen, um einen Kontrollpunkt zu übernehmen und dann schnell an einen anderen Ort zu teleportieren. In kleineren Kämpfen kann Beweglichkeit der Schlüssel zum Sieg sein und der Assassine verwendet Schattenschritt, um sich in puncto Beweglichkeit einen Vorteil über seine Gegner zu verschaffen. Es besteht gar kein Zweifel daran, dass der Assassine die PvP- und PvE-Landschaft von Guild Wars massiv beeinflusst.

Was bedeutet das für Guild Wars?

Mit einer ganzen Palette neuer Fertigkeiten und Klassenkombinationen können sich Spieler darauf freuen, völlig neue Spielstile für diese vielseitigen Neuzugänge im Guild Wars-Universum zu entwickeln. Egal, ob ihr PvE-Rollenspieler oder Hardcore-Kampfexperten seid, sowohl der Ritualist als auch der Assassine bieten alten und neuen Fans eine ganze Palette neuer Optionen.


Christian Brellisford ist College-Student und studiert derzeit Videospiel-Design in Toronto, Ontario in Kanada. Nach seinem Studium möchte er einen Beruf in dem Bereich ergreifen. Christian spielt schon seit frühester Kindheit Computerspiele und beschäftigt sich seit dem “E3 for Everyone"-Event im Jahr 2004 mit Guild Wars. Er ist momentan der Anführer der Gilde Spirits of War. Im Spiel findet ihr ihn unter dem Namen Saidin Writer.