Status des Spiels – 18. September 2006
NSCs auf dem GvG-Schlachtfeld
Von Christian Brellisford
Einleitung
Nicht-Spieler-Charaktere (NSCs) spielen in Gilde-gegen-Gilde-Kämpfen eine wichtige Rolle. Teams können sie entweder einsetzen, um einen offensiven Vorteil gegenüber ihren Gegnern zu erhalten, oder sie nach Neugruppierung des Teams oder Rückschlägen in die Verteidigung mit einbeziehen. In ausgeglichenen Kämpfen kann der geschickte Einsatz von computergesteuerten Verbündeten euch den entscheidenden Vorteil geben, der euch den Sieg über eure Gegner sichern kann.
Die Menge, Art und Anordnung der euch zur Verfügung stehenden NSCs ist je nach Gildenhalle verschieden. In einigen Gildenhallen bewacht eine kleine Gruppe von Fußsoldaten und Bogenschützen das Haupttor. Diese NSCs solltet ihr am Leben erhalten, um zu verhindern, dass euch Eindringlinge von der Seite angreifen oder durch das Haupttor in eure Gildenhalle eindringen, während ihr gerade anderswo in einen Kampf verwickelt seid. Weitere Bogenschützen stehen des Öfteren im oberen Bereich der Gildenhalle Wache und beschützen die Eingänge. Ihre genaue Position ist aber je nach Karte verschieden. Tief im Inneren der Gildenhalle beschützt die Hauptgruppe aus Bogenschützen, Rittern und Leibwächtern den Gildenherren.
Mit Ausnahme des Gildenherren besitzen alle NSCs 480 Lebenspunkte und die ihrer Klasse entsprechenden Rüstungspunkte. Andere Elemente des Spiels, wie zum Beispiel Verhexungen und Verzauberungen wirken auf NSCs genau so, wie sie es auch auf Spieler-Charaktere tun. Wie es seinem Status entspricht, verfügt der Gildenherr über zusätzliche Lebenspunkte und fünf Pfeile zur Wiederherstellung von Lebenspunkten. Er widersteht außerdem Verhexungen und Zuständen, die nur für die Hälfte der Zeit auf ihn wirken und kann an anderen NSCs zusätzlichen Schaden verursachen, was es noch schwieriger macht, ihn zu töten.
Zusätzlich verfügt der Gildenherr über besondere defensive Eigenschaften, deren Wirksamkeit aber mit der Zeit abnimmt. Zu Beginn eines Matchs kann der Gildenherr nicht mehr als 50 Schadenpunkte pro Sekunde (SPS) nehmen. Sobald er mehr als 50 SPS nimmt, bzw. nehmen würde, wird sämtlicher zusätzlicher Schaden einfach negiert. Ab 15 Minuten Spielzeit kann der Gildenherr maximal 250 SPS nehmen.
NSC-Profile
Gildenherr
Lebenspunkte: 2400
Fertigkeiten: Spalten, Zyklonaxt, Kraftschuss, Verschlagenheit des Kriegers
Dieb
Lebenspunkte: 480
Fertigkeiten: Ressource beanspruchen (zum Öffnen von Toren)
Leibwächter
Lebenspunkte: 480
Fertigkeiten: Glyphe der Energie, Feuereinstimmung, Feuerball, Feuersturm, Brandbänder, Strudel, Eid der Heilung (heilt nur den Gildenherren)
Bogenschütze
Lebenspunkte: 480
Fertigkeiten: Festnageln, Trollsalbe
Fußsoldat
Lebenspunkte: 480
Fertigkeiten: Arterienabtrennung
Ritter
Lebenspunkte: 480
Fertigkeiten: Arterienabtrennung, Schnittwunde, Siegel der Heilung, Kraftangriff
NSC-Strategie
NSCs greifen an, sobald Gegner in ihre Reichweite kommen. Daher sollten Gilden immer darauf Acht geben, wo sie kämpfen. Wenn sich euer Team in einer offensiven Position an der Flaggenstange befindet (d.h. ihr seid an der Flaggenstange vorbeigekommen und befindet euch näher beim feindlichen Stützpunkt als eurem eigenen), solltet ihr auf feindliche Fußsoldaten und Bogenschützen achten, die eurem Team Schaden zufügen können. Wenn ihr euch hingegen in einer defensiven Position befindet, solltet ihr sicherstellen, dass ihr weit genug zurückfallt, damit euch eure eigenen NSCs im Kampf gegen den Feind helfen können. Viele Gilden versuchen, die NSCs vor der Gildenhalle so schnell wie möglich zu töten, um diesen zusätzlichen Schaden nicht in Kauf nehmen zu müssen.
Das Töten von NSCs kann durch den Einsatz verschiedener Techniken wie pullen oder kiten erleichtert werden. Wenn ihr in der Nähe der Flaggenstange kämpft ist es möglich, einen Fußsoldaten anzulocken, indem ihr ihm euch nähert bis er euch angreift und euch dann wieder zum Rest der Gruppe zurückzieht. Diese Art von Kiting ist besonders dann nützlich, wenn sich der Feind um seinen Gildenherren versammelt (siehe Schildkrötentaktik) und ihr die umgebenden Bogenschützen, Ritter oder Leibwächter töten müsst.
Schildkrötentaktik und NSCs
Unter “Schildkrötentaktik” versteht man das Zurückziehen des Teams in den Schutz des Gildenherren-Bereichs. Der Ursprung des Namens liegt im langsamen Abwarten im Schutz der NSCs (das dem Verhalten einer Schildkröte in ihrem Panzer ähnelt). Teams, die diese Taktik einsetzen, warten auf einen besseren Zeitpunkt, um den Gegner anzugreifen - oftmals Sieg oder Tod (SoT). Die Leibwächter sind dabei in der Lage, große Mengen an Wirkungsbereich-Schaden zu verursachen und können außerdem den Gildenherren heilen - sie auszuschalten sollte also oberste Priorität besitzen. Manche Leibwächter machen von Zeit zu Zeit Vorstöße, um Zauber auf das gegnerische Team zu wirken. Gilden sollten sich dieser Tatsache stets bewusst sein.
Das angreifende Team kann dieses Verhalten der Leibwächter ausnutzen, denn oftmals greifen sie eher Spieler als NSCs an. Das verteidigende Team sollte das Gruppenfenster im Auge behalten und diesem Leibwächter heilen, wenn er Schaden nimmt. Wenn es die Situation erlaubt, solltet ihr auch eure Bogenschützen und Ritter heilen. Wenn ihr bis zu eurem Gildenherren zurückgedrängt wurdet, kann es hilfreich sein, wenn Mönche sich das Heilen von NSCs untereinander aufteilen (ein Mönch kann z.B. die Bogenschützen auf der linken Seite übernehmen, oder das Heilen kann nach Rittern und Bogenschützen aufgeteilt werden). Effizientes Aufteilen der Heiler-Aufgaben ist besonders wichtig, wenn eure Gegner Lebenspunktdegeneration auf zahlreiche Ziele wirken.
Wenn ihr gegen ein Team kämpft, das die Schildkrötentaktik einsetzt, lohnt es sich, sehr aggressiv vorzugehen. Ihr solltet dabei aber aufpassen, dass ihr nicht zu viele Verluste hinnehmen müsst. Ihr solltet immer darauf achten, dass ihr euch einen möglichen NSC-Vorteil nicht verspielt - besonders im Hinblick auf ein mögliches SoT. Angreifer werden nicht nur Druck auf das defensive Team ausüben, indem sie Spieler angreifen, sondern außerdem versuchen, so viele NSCs wie möglich zu töten. Wenn das defensive Team zu viele NSCs verliert, verspielt es damit nach und nach seinen Schadensvorteil und wird früher oder später unterliegen müssen. Das Töten von NSCs ist im Hinblick auf SoT eine extrem wichtige Taktik.
Wenn eure Gilde dazu gezwungen wird, die Schildkrötentaktik zu verwenden, sollten eure Heiler ständig auf NSCs achten, die angegriffen werden, während der Rest des Teams Druck auf Angreifer ausüben sollte, die sich in Reichweite befinden. In besonders knappen Spielen kann das Überleben eines einzigen Bogenschützen über Sieg oder Niederlage im Ausgang des SoT entscheiden.
Das Match zwischen iQ und EviL während der GWFC illustriert diese Strategie von ihrer besten Seite: iQ hatte sich in ihren Stützpunkt in die Nähe ihres Gildenherren zurückgezogen und EviL versuchte, NSCs auszuschalten. iQ schaffte es aber, zahlreiche Bogenschützen und Leibwächter zu retten, und als das Match in die SoT-Phase ging, konnte iQ EviL an der Flaggenstange überrennen und das Match für sich entscheiden. Wenn die Spieler von iQ ihre NSCs sterben lassen hätten, wäre es EviL eventuell möglich gewesen, iQs Gildenherren noch vor SoT zu töten.
Aufteilen (splitten) und NSCs
Das Töten von NSCs ist ein wichtiger Bestandteil von Split-Taktiken. Auf Karten mit Gildendieben ist es nur möglich, verschlossene Tore zu öffnen, wenn Spieler von einem Dieb begleitet werden. Beide Teams müssen also ständig über den Aufenthaltsort ihres Diebes Bescheid Wissen. Wenn ihr euch gegen einen Split verteidigt, könnt ihr euch etwas Luft verschaffen, indem ihr den Dieb zuerst tötet, ohne euch dabei Gedanken über “Ganking” (das schnelle Anstürmen auf und Töten des Gildenherren, bevor der Feind darauf reagieren kann) oder Splitten machen zu müssen. Wenn ihr als offensives Team eine Split-Taktik verwendet, solltet ihr sicherstellen, dass eurem Dieb nichts passiert und ihn niemals mit in einen Stützpunkt nehmen. Wenn der Dieb ins Innere des gegnerischen Stützpunktes gelangt, kann das verteidigende Team ihn dort einfach am Leben lassen, wodurch ihr keinen Zugang mehr zu diesem Stützpunkt haben werdet.
Auch Bogenschützen sind im Einsatz gegen Splits extrem wichtig, da sie über die Fertigkeit Festnageln verfügen. Da Mobilität für Splits extrem wichtig ist, kann der gut getimte Einsatz von Festnageln den Unterschied zwischen einer erfolgreichen und einer erfolglosen Verteidigung ausmachen.
Sieg oder Tod!
Sieg oder Tod ist ein Spielmodus, der im GvG nach 20 Minuten Spielzeit beginnt. Er wirkt auf alle Spieler auf der Karte und verleiht ihnen eine um 25% erhöhte Schadenkapazität. Gleichzeitig werden die maximalen Lebenspunkte um 25% reduziert (dieser Effekt wirkt auf NSCs genau so wie auf Spieler-Charaktere).
Wenn sich alle NSCs um die Flaggenstange versammelt haben, um mit dem endgültigen und äußerst tödlich Kampf zu beginnen, verleihen die Auswirkungen von SoT den Wirkungsbereich-Zaubern der Leibwächter äußerst tödliche Eigenschaften. Aus diesem Grund sollten Gilden versuchen, ihre Leibwächter so lange wie möglich am Leben zu halten, auch wenn es den Anschein haben mag, dass sich dadurch nicht unbedingt ein Vorteil ergibt. Karten mit Katapulten haben im Falle von SoT einen ganz eigenen Charakter, da es möglich ist, eine ganze Gruppe von feindlichen NSCs zu bombardieren, wenn sie den Stützpunkt durch das Haupttor verlässt. Teams harren oftmals bis zu diesem Zeitpunkt aus, um dann mit einem Schlag mehrere NSCs bombardieren zu können.
In Gildenkämpfen, die in Sieg oder Tod übergegangen sind, ist die Gesamtzahl verfügbarer NSCs von entscheidender Bedeutung. Wenn ein Match Sieg oder Tod erreicht hat, kann ein Team stark davon profitieren, mehr NSCs als sein Gegner zu haben. Eine zahlenmäßige NSC-Überlegenheit an der Flaggenstange bedeutet, dass dieses Team mehr Schaden verursachen kann, was sich mit einer besseren Siegchance gleichsetzen lässt.
Sieg oder Tod bedeutet außerdem, dass ihr nur fünf Minuten Zeit habt, bis euer Gildenherr sich auf den Weg zur Flaggenstange macht. Gilden sollten immer damit rechnen, dass ihre Gegner Ganks oder Überraschungsangriffe auf “einsame” Gildenherren starten werden. Dies hat einen Grund: Ohne seine Leibwächter ist der Gildenherr viel verwundbarer als sonst. Die Bewegungen eures Gildenherren hängen außerdem von den Bewegungen des Gildenherren des gegnerischen Teams ab: Wenn der gegnerische Gildenherr auf halber Strecke zum Stillstand kommt, kommt auch euer Gildenherr auf einiger Distanz zur Flaggenstange zum Stillstand und bewegt sich erst dann wieder, wenn der Gildenherr eures Gegners seinen Weg fortsetzt. Wenn Gildenherren auf ihrem Weg zur Flaggenstange angegriffen werden, bleiben sie stehen und kämpfen so lange weiter, bis alle Angreifer in die Flucht geschlagen oder besiegt wurden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Endkampf aller verbleibenden Charaktere auch in der Mitte der Karte stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt könnt ihr nur noch gewinnen oder verlieren!
Auch wenn der Hauptschwerpunkt von Gildenkämpfen der Wettstreit zwischen zwei Teams ist, bleibt das ultimative Ziel das Besiegen des feindlichen Gildenherren. Dies ist eben nur dann möglich, wenn ihr sowohl das gegnerische Team als auch die NSCs besiegt, die den Stützpunkt eurer Gegner verteidigen. Dann, und nur dann, könnt ihr siegreich sein!
Christian Brellisford studiert gegenwärtig in Toronto (Ontario, Kanada) Videospieldesign und hofft auf eine Karriere in diesem Bereich. Christian spielt schon seit jungen Jahren und beschäftigt sich seit dem “E3 for Everyone"-Event 2004 mit Guild Wars. Zurzeit führt er die Gilde “Spirits of War” an. Im Spiel könnt Ihr ihm unter dem Namen Saidin Writer begegnen.





















