Infos über “Heart of Ashes and Dust [HAnD]” – 17. Dezember 2007
Von Billiard
Besonderer Hinweis: Jeder ‘Status des Spiels’-Artikel repräsentiert die Meinungen und Interpretationen eines einzelnen Spielbeobachters. Bei diesen Beobachtungen handelt es sich um die persönlichen Ansichten des Autors, die nicht unbedingt die Meinungen und Ansichten von ArenaNet widerspiegeln müssen. Obwohl ArenaNet jeden Artikel der ‘Status des Spiels’-Reihe redigiert, um sicherzustellen, dass die darin dargelegten Inhalte alle Spieler berücksichtigen, möchten wir unseren Berichterstattern dennoch die Freiheit geben, ihre persönliche Meinung in ihre Analyse der aktuellen Atmosphäre des kompetitiven Spielgeschehens von Guild Wars einfließen zu lassen und Ansichten zu vertreten, die auf ihren eigenen Erfahrungen und Beobachtungen beruhen.
Mit ihrem Sieg im November war “Heart of Ashes and Dust [HAnD]” die dritte Gilde, die bei den monatlichen “Automatic"-Turnieren (ATs) der Guild Wars-100.000 $-Turnierserie bereits zweimal gewinnen konnte. (Die beiden anderen waren übrigens “Virtual Dragons [vD]” und “Rebel Rising [rawr]”.) Anders als die beiden vorherigen zweifachen Gewinner ließ [HAnD] zwischen ihren Siegen im Mai und November sechs Monate verstreichen, während [vD] im Juni und Juli sowie [rawr] im August und September jeweils zweimal in Folge auf dem Treppchen standen. Die Mitglieder von [HAnD] waren so nett, ganz früh am Morgen (nämlich von 1 bis 2 Uhr nachts nach ihrer Zeit) zusammenzukommen, um uns ein Interview zu ermöglichen. Folgende Mitglieder von [HAnD] nahmen am Interview teil: Andkun, Smith, Aris Kick, Fle, Mashiro, Rufa, Pixy und Noji. Außerdem war noch Mehdi dabei, ein Dolmetscher von ArenaNet, um das Interview zu erleichtern. Im Folgenden lest ihr eine Zusammenfassung der Themen, die während des Interviews angeschnitten wurden.
Gildengeschichte
Ursprünglich ist [HAnD] aus einer Vereinigung zweier anderer Gilden entstanden, nämlich “Free Will [FW]” und “The Atomic Clock Tour [TACT]”. Hauptzweck der neuen Gilde sollte sein, äußerst aktiv am PvP teilzunehmen. Von März bis Dezember des laufenden Jahres hat [HAnD] mehr als 1300 GVG-Ranglistenspiele bestritten und fast 1000 davon gewonnen. Das ist eine ganz außergewöhnliche Menge GvG-Aktivität, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Erfolge im Wesentlichen mit immer denselben acht Spielern erzielt worden sind. [HAnD] besteht aus einem Kernteam von acht Personen, dazu kommen lediglich zwei weitere, inaktive Spieler zur Komplettierung der Gilde. Die Kerngruppe spielt in aller Regel 2 bis 3 Stunden pro Abend, was sich in ungefähr 5 oder 6 GvG-Kämpfe umrechnen lässt. Wegen des geringen Umfangs der Kerngruppe muss der Gildenanführer Andkun häufig ein oder zwei Gäste zum Spielen einladen.
Builds und Strategie
[HAnD]-Spieler verbringen reichlich Zeit im Beobachtermodus und sehen sich andere Top-Teams an, um neue Build-Ideen zu entwickeln. In aller Regel beobachtet [HAnD], wie ein Team sein Build führt, probiert es anschließend selbst aus und modifiziert es dabei so, dass es ihren eigenen Stärken und Strategien am besten entspricht. Mitglieder von [HAnD] sind der Meinung, dass ausgewogene Builds ideal sind, deshalb verwenden sie solche Builds, wann immer es möglich ist. Allerdings mussten sie feststellen, dass sie bei Wettkämpfen gegen Spieler in Nordamerika oder Europa extreme Verzögerungen (Lag) in Kauf nehmen müssen – häufig mit durchschnittlichen Ping-Zeiten von 500 und noch darüber. Aufgrund dieser möglicherweise auftretenden schwerwiegenden Lags hat [HAnD] oft das Gefühl, deutlich im Nachteil zu sein, wenn die Gilde mit ausgewogenen Builds gegen Top-Konkurrenten aus Europa und Nordamerika antritt. In solchen Fällen greifen die Mitglieder stattdessen schon mal zu einem Paragon-Spike, einem verhexungslastigen Build oder einem Assassinen-Split. Diese Strategie wurde z. B. im monatlichen AT-Turnier November sichtbar, als [HAnD] in den frühen Runden mit einem Assassinen-Split antrat, dann aber im Finale gegen eine andere japanische Gilde zu einem ausgewogenen Build wechselte.
[HAnD] ist der Meinung, in ausgewogenen Builds würden die Spielerfertigkeiten viel besser hervortreten als in den sogenannten “Gimmick"- oder Trick-Builds, vor allem, wenn die einzelnen Spieler immer mehr an Erfahrung gewinnen. Allerdings ist [HAnD] ebenfalls überzeugt, die Weigerung einiger Gilden (zum Beispiel “Delta Formation [DF]” oder “Esoteric Warriors [EW]"), überhaupt Trick-Builds zu spielen, sei eher eine potenzielle Schwäche dieser Elite-Teams.
Im Turnierspiel gilt es zu gewinnen, und [HAnD] glaubt, dass einige Teams wie früher “Idiot Savants [iQ]” oder heute “Dark Alley [dR]” erkannt haben, dass es ein Wechselspiel zwischen “coolen” ausgeglichenen Builds und Trick-Builds geben sollte, wenn man Turniere gewinnen will. Angesichts dieser Feststellung sollte auch erwähnt werden, dass [HAnD] enormen Respekt für [DF] und [EW] empfindet, weil beide Gilden Turniere auch ohne den Rückgriff auf Trick-Builds gewinnen können. Tatsächlich ist das von [HAnD] bestgehasste Build, wenn die Gilde dagegen antreten muss, ein Assassinen-Split, den die Spieler allerdings für so mächtig halten, dass sie sich manchmal quasi gezwungen sehen, ihn selbst zu benutzen, damit sie Siege erzielen können.
Monatliche Turniere
Seit Beginn der laufenden 100.000 $-Turnierserie hat sich [HAnD] im Mai an der Spitze, im Juni auf dem 9. Platz, im Juli auf dem 8. Platz, auf dem 10. Platz im August, dem 21. im September, dem 18. im Oktober und wieder auf dem 1. Platz im November platzieren können. [HAnD] schreibt die hohe Wechselhaftigkeit ihrer AT-Leistungen von Monat zu Monat verschiedenen Faktoren zu. Nach dem Mai-AT hatten einige Mitglieder die Gilde verlassen und mussten ersetzt werden: Das führte zum Leistungseinbruch in den Monaten Juni, Juli und August. Vor dem September-AT hatte das Team nicht genug trainiert, und im Oktober hatte man einfach Pech.
[HAnD] weist darauf hin, dass eine ihrer schwierigsten Hürden bei den monatlichen ATs der Zwang zum Wachbleiben ist, denn viele Kämpfe fangen für sie erst um 3 oder 4 Uhr morgens an. Aber selbst unter diesen Umständen haben die Mitglieder Verständnis für die globale Dimension der Turniere und finden sich gern damit ab, dass sie häufig zu eher ungewöhnlichen Zeiten ins Spiel gehen müssen.
Für die monatlichen ATs greift [HAnD] auf die jeweils stärksten Builds für die in der Kartenfolge auftauchenden Karten zurück. Anschließend beobachten sie so intensiv wie möglich ihre Kontrahenten und passen Builds und Strategien in Hinblick auf den jeweils nächsten Gegner an. [HAnD] ist überzeugt, dass der Wettkampfcharakter der monatlichen Turniere seit Beginn deutlich zugenommen hat und dass besonders die Top-Gilden stärker als je zuvor spielen. Mittlerweile ist es sehr schwer geworden, Teams wie [DF] und [EW] überhaupt zu besiegen.
Freunde und Rivalen
Derzeit betrachtet [HAnD] “Supernova Jpn [SpNv]” als freundschaftlich verbundenen Rivalen. Die beiden Teams treten häufig in Trainingsspielen gegeneinander an. Auch “The Benecia Renovatio [RenO]” war für sie ein wichtiger Rivale, bevor diese Gilde ihre Aktivitäten einschränkte. Nur zu gern würde [HAnD] häufiger gegen sehr gute Gilden wie [EW] antreten, denn solche Kämpfe sehen die Mitglieder als den besten Weg an, selbst bessere Spieler zu werden. [HAnD] berichtet auch, dass ein ernsthaftes Problem in Japan ein Erdbeben in Taiwan war, das einen Serverausfall verursachte, der in der Folge seinerseits fast die Hälfte aller japanischen Guild Wars-Spieler für längere Zeit am Spielen hinderte. Für viele bedeutete dieses Problem Ping-Zeiten in einer Größenordnung von 20.000 oder sogar 30.000. Zum Glück wurde dieses Problem kürzlich behoben.
Allgemeine Gedanken
[HAnD] rät allen Spielern und Gilden, sich in erster Linie auf ausgewogene Builds zu konzentrieren und mit solchen Builds ihr Spielniveau zu verbessern. Ausgewogene Builds hängen von den Fertigkeiten einzelner Spieler und denen des gesamten Teams gleichermaßen ab und werden im Allgemeinen seltener von grundlegenden Ausgewogenheitsfaktoren im Spiel beeinflusst. [HAnD] ist der Meinung, dass die Ausgewogenheit im Spiel zwar zunimmt, dass Assassinen aber nach wie vor sehr stark sind. Alles in allem würde [HAnD] gern dahin zurückkehren, das Spiel lediglich mit den Kernklassen zu spielen.
Pläne für die Zukunft
Die Mitglieder von [HAnD] wollen sich weiter aktiv mit Guild Wars beschäftigen, bis Guild Wars 2 erscheint, was sie mit großer Spannung erwarten. Auch haben sie das Gefühl, dass GvG’ler während der in Asien üblichen Spielzeiten noch zu selten am Spiel teilnehmen, und würden sich wünschen, dass die Zahl der Spieler zu für sie angenehmen Zeiten noch deutlich zunimmt.
Billiard ist einer der leitenden Moderatoren bei GuildWarsGuru.com und seit langem der Gildenanführer von “Xen of Onslaught [XoO]”, einer der weltweit größten und aktivsten PvP-Gilden. Im Spiel erreicht ihr ihn als “Billiard The Bold”, bzw. über private Nachricht auf der [XoO]-Website.





















