Für's Schlimmste gerüstet - 21. Mai 2007
Erwägungen zur PvP-Ausrüstung
von Harold J. Chow
Besonderer Hinweis: Jeder ‘Status des Spiels’-Artikel repräsentiert die Meinungen und Interpretationen eines einzelnen Spielbeobachters. Bei diesen Beobachtungen handelt es sich um die persönlichen Ansichten des Autors, die nicht unbedingt die Meinungen und Ansichten von ArenaNet widerspiegeln müssen. Obwohl ArenaNet jeden Artikel der ‘Status des Spiels’-Reihe redigiert, um sicherzustellen, dass die darin dargelegten Inhalte alle Spieler berücksichtigen, möchten wir unseren Berichterstattern dennoch die Freiheit geben, ihre persönliche Meinung in ihre Analyse der aktuellen Atmosphäre des kompetitiven Spielgeschehens von Guild Wars einfließen zu lassen und Ansichten zu vertreten, die auf ihren eigenen Erfahrungen und Beobachtungen beruhen.
Im PvP von Guild Wars dreht sich zwar fast alles um Fertigkeitenbalken, doch auch die Wahl der Ausrüstung hat Einfluss auf das optimale Endresultat. Im Gegensatz zu anderen Spielen können Spieler mit leicht verdienten Balthasar-Belohnungen auf Modifizierungen für Waffen zugreifen. Charaktere können zwar während eines PvP-Kampfes ihre Rüstung nicht wechseln, doch stehen Spielern vier wechselbare Waffensätze zur Verfügung. Spieler, die ihre Ausrüstung gut verwalten, können auf Waffen oder Begleithand-Gegenstände in ihrem Inventar doppelklicken, um sie während des Kampfes auszurüsten. Wie schneiden Spieler die Zusammenstellung ihrer Ausrüstung am besten auf die Bedürfnisse ihres Charakters zu?
Zuschlagen und Austeilen optimiert
Nahkampfcharaktere nutzen alle Waffenplätze aus. Viele von ihnen führen eine Eifer-Waffe mit sich, um den Wiederaufbau ihrer Energie während Angriffen zu unterstützen. Da die Rüstung von Kriegern für gewöhnlich schwächer gegen Elementarschaden als gegen physischen Schaden ist, führen sie auch mindestens eine Elementarwaffe mit sich, um widerstandsfähigen Gegnern besser begegnen zu können. Im Kampf gegen andere Charaktere erhöhen physische Waffen mit Trennung oder einer Vampir-Modifizierung den über Zeit zugefügten Schaden. Eine Trennwaffe kann teilweise Rüstung neutralisieren, während Vampir-Waffen dem Ziel mit jedem Treffer Leben entziehen. Außerdem nehmen die Leben entziehenden Vampir-Waffen dem Ziel mit jedem Treffer dieselbe Menge Lebenspunkte und ignorieren dabei Schadensreduzierung und Rüstung. Gegen ansonsten gut geschützte Ziele können Vampir-Waffen manchmal genau die richtige Menge Druck ausüben, um ihre Heilung zu verhindern.
Wie entscheiden sich Spieler also zwischen Trenn- und Vampirwaffen? Bei den schnelleren Angriffen mit Dolchen, Schwertern und Äxten bewirken Vampirwaffen mehr Schaden pro Sekunde. Trennwaffen wiederum geben euch einen Rüstungsdurchdringungs-Bonus. Dieser Bonus wird zwar nicht durchwegs aktiviert, der zusätzliche Schaden kann aber für einen Krieger, der mit wenig Unterstützung ein Ziel niederzuspiken versucht, ganz schön wichtig sein. Außerdem macht es die langsamere Angriffsgeschwindigkeit von Hammer und Sense für Vampirwaffen dieses Typs schwieriger, den Verlust aus Lebenspunktdegeneration wieder gutzumachen. Zusätzlich bedeutet ein höherer maximaler Schaden, dass das gleichzeitige Landen eines kritischen Treffers im Zusammenspiel mit dem RS-Bonus von Trennung bedeutend mehr Schaden als ein einfacher +5-Vampir-Lebensentzug verursachen kann. Zum Glück können Spieler mehrere Waffenarten in den Waffenplätzen ablegen und ihre Waffen dann je nach Situation wechseln.
Andere Waffenmodifizierungen können nicht ganz so weitläufig eingesetzt werden, sind aber trotzdem nützlich. Charaktere, die Zustände zufügen, führen in der Regel Waffen, die deren Dauer erhöhen.
Zauber wie “Rückkehr”, die zu Verkrüppelung führen, profitieren beispielsweise von der Verlängerung eines Zustandes. Bei beliebten Mönch-/Assassinen-Builds führt der Spieler häufig eine +5-Energie-Nahkampfwaffe mit Verkrüppelungs-Modifizierung. Ein paar zusätzliche Sekunden können einen riesigen Unterschied ausmachen, vor allem, wenn ein gegnerischer Nahkampfcharakter sich weit von den Mönchen seines Teams entfernt hat und selbst über keinerlei Zustandsentfernungen verfügt. Einem Nahkampfcharakter, der seine Adrenalinfertigkeiten früh und regelmäßig aktivieren will, hilft eine Zornwaffe, diese Adrenalinschwellen schnell zu erreichen, vor allem in Verbindung mit Adrenalin steigernden Fertigkeiten wie “Wütender Angriff”. Diese Charaktere führen auch einen Zauberstab, einen Bogen und einen Zornspeer mit sich, um Adrenalin anzusammeln, wenn sie außerhalb der Nahkampfreichweite bleiben müssen.
Fokus auf Zauberstäben
Wirker stellen bei der Auswahl ihrer Waffen ihre eigenen Überlegungen an. Mönche tendieren dazu, Verzauberungen einzusetzen, die von einer 20%igen Erhöhung ihrer Dauer durch eine Verzauberungs-Modifizierung profitieren würden. Wirker rüsten häufig Zauber aus, die von schnellen Wirkzeiten oder dem Wiederaufladen von Befähigungen wie etwa “Gut gewirkt ist halb gewonnen” und “Vergesst mein nicht” profitieren. Das Wechseln einer Waffe gegen einen Zauberstab und Fokus mit einer jeweils 20%igen Chance auf Halbierung der Wirkzeit und Halbierung der Wiederaufladezeit bedeutet, dass ein Mönch beispielsweise “Geschenk des Lebens” in 36% aller Fälle schneller wirken oder wieder aufladen kann.
Wirker können auch davon profitieren, Waffensätze mit verschiedenen Energiestufen einzusetzen. Die Waffen eines gängigen Wirkers könnten in etwa folgendermaßen aussehen:
Platz 1:
-5-Energiewaffe und Schild.
Platz 2:
+Energiewaffe und entsprechender Fokusgegenstand (der ebenfalls +Energie bringt).
Platz 3:
+15 Energie-/-1 Energiedegenerations-Fokus (mit der Befähigung “Lebt den Tag") und +5-Energiewaffe.
Platz 4:
+15 Energie-/-1 Energiedegenerations-Waffe und +15/-1 Fokus.
Ein Waffenplatz mit niedriger Energie “verbirgt” die potenzielle Energie des Wirkers vor Verweigerungs-Fertigkeiten wie “Fürchtet mich!” und “Energiewelle”. Wenn ihr dann zu einer Waffe mit höherer Energie wechselt, verschafft ihr euch Zugang zu höherer Gesamtenergie und erhaltet somit einen sofortigen Energieschub. Plätze mit höherem Energielevel erlauben es Wirkern, in kritischen Momenten das Mehrfachwirken durchzuhalten. Wenn es zum Beispiel darum geht, den gegnerischen Gildenherrn zu töten, bevor das feindliche Team wiederbelebt wird, kann ein Elementarmagier zu einem Waffensatz mit höherer Energie wechseln, um weiter zu wirken, da der Verlust von ein oder zwei Energiepfeilen zu diesem Zeitpunkt keine Rolle spielt, wenn das Team das Match gewinnt. Diese Vorgehensweise ist allerdings nicht ohne Risiko; schon viele Teams wurden zermürbt, weil sich ein Mönch zu sehr auf Waffensätze mit hohem Energielevel verlassen hat. Aus diesem Grund wenden Mönche diese Waffensätze auch hauptsächlich in Notfällen und bei schnellen Rückzügen an.
Seid euch dessen bewusst, dass Nahkampfcharaktere, die sich auf Energiefertigkeiten verlassen, ebenfalls von Energie-Waffensätzen mit niedriger und hoher Energie profitieren. Ein Derwisch mit Sterbemalus kann beispielsweise zu einem Waffensatz mit hoher Energie wechseln, um genug Energie zum Wirken von “Melandrus Avatar” (25 Energiepunkte) zu erhalten, und dann zu einer Sense zurückwechseln.
Schilde hoch
Spieler, die keine zweihändigen Waffen benutzen (einschließlich Wirker), führen ergänzende Schilde mit sich, während Charaktere, die mit Dolchen, Bogen, Hämmern und Sensen kämpfen, Schilde als Notfallwaffensatz mit sich führen. Selbst wenn ihr keine Punkte für das Schildattribut ausgeben wollt, hat ein Rüstung-16-Schild immer noch eine Rüstungswirkung von 8 Punkten. Schilde heben demnach ein weiches 60-Rüstung-Ziel beinahe auf RS 70 an. Mit der richtigen Inschrift zum Kontern des zugefügten Schadentyps (beispielsweise “Hieb- und stahlfest” gegen Hiebschaden), könnt ihr euch weitere 10 Rüstungspunkte gegen diese Angriffe verschaffen. Da Spieler während PvP-Matches Waffen und Begleithandgegenstände ausrüsten können, legen sie in ihrem Inventar Schilde für unterschiedliche Situationen ab, um den Schaden aus den Angriffen ihrer Gegner zu reduzieren.
Erwähnenswert sind auch Flaggenläufer, die sowohl eine “Rune der Wiederherstellung” als auch einen Schild mit “Schnell wie der Wind” führen, um die Dauer von Verkrüppelungen zu reduzieren. Durch die kombinierte Reduzierung der Verkrüppelungsdauer sind diese Flaggenläufer in der Lage, die verkrüppelnden Lavagruben auf der Brennenden Insel schneller zu durchqueren.
Lebenspunkte, Energie oder Rüstung
Was die Wichtigkeit von zusätzlichen Lebens-, Energie- und Rüstungspunkten angeht, scheinen PvP-Spieler geteilter Meinung zu sein. Zusätzliche Rüstung ist zwar wirksamer bei der Abschwächung von Schaden als ein paar zusätzliche Lebenspunkte, doch der Spieler muss dabei wissen, welcher Art Gegner und Schaden das Team am wahrscheinlichsten begegnen wird. Zusätzliche Lebenspunkte helfen zweifellos gegen Degenerationsdruck, aber durch Überlebenden-Befähigungen und Lebensrunen erlangte Lebenspunkte haben bei Spikes selten dieselbe Wirkung wie zusätzliche Rüstung. Builds, die Charakteren mit traditionell niedrigem Energielevel (z. B. Krieger und Assassinen) viel Energie abverlangen, erfordern zur Steigerung der Grund-Energiereserven eventuell den Einsatz von Radianten-Befähigungen. Ein Waffensatz mit hohem Energielevel könnte, abhängig von den Fertigkeiten, die der Spieler verwenden muss, jedoch dieselben Vorteile wie der Einsatz von Befähigungen bringen.
Da zusätzliche Rüstung mit Schadensreduzierung Spielern größere Vorteile bringt, kommen unter den richtigen Umständen bestimmte klassenspezifische Runen ins Spiel. Die Zenturio-Befähigung gewährt fast immer einen Rüstungsschub, da Paragone normalerweise Schreie, Anfeuerungsrufe und Echos verwenden und von diesen beeinflusst werden. Die Geisterschmiede-Befähigung ist für Waffenzauber-Ritualisten aus demselben Grund sehr nützlich.
An die Waffen!
Der richtige Einsatz von Ausrüstungsgegenständen verleiht Spielern eindeutig einen Vorteil. Wenn sie sich daran gewöhnen, zwischen mehreren Waffensätzen zu wechseln, können sie in jeder Situation den richtigen Schaden und die korrekte Verteidigung auswählen. Es muss allerdings noch einmal gesagt sein, dass eine gut gewählte Ausrüstung zwar sehr hilfreich ist, das Können der Spieler aber nach wie vor den größten Einfluss auf Erfolg im Spiel hat.
Harold J. Chow ist ein freiberuflicher Guild Wars-Berichterstatter. Sein Name im Spiel ist “Guild Informant”.





















