PvP-ABC: Verschiedene Spieleffekte
Dieser Artikel geht weiter auf Spieleffekte und -mechanismen ein. Wir befassen uns hier mit weniger bekannten und oftmals übersehenen Effekten wie Nachwirkzeit, kritischen Treffern und Erschöpfung. Alle in diesem Artikel besprochenen Effekte wirken sich auf das PvP aus. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Effekte bei zahlreichen Builds und Spielstilen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Nachwirkzeit
Die Nachwirkzeit beschreibt den Zeitraum, den ein Charakter nach dem Wirken eines Zaubers abwarten muss, bis er einen neuen wirken kann. Die derzeitige Untergrenze liegt bei einer Dreiviertelsekunde. Beispiel: Wenn ihr “Steindolche” mit einer Wirkzeit von einer Sekunde benutzt, muss euer Charakter nach dem Wirken des Zaubers eine Dreiviertelsekunde pausieren, bis er “Steindolche” erneut wirken kann. Kurzdistanz-Wirkungsbereichszauber haben eine Nachwirkzeit von 1,25 oder 1,75 Sekunden. “Schattenschritt"-Zauber haben keine Nachwirkzeit, sodass anschließend teleportiert und eine Kette von Angriffsfertigkeiten ausgelöst werden kann.
Spieltipp
Die Nachwirkzeit kann durch nichts verkürzt oder verlängert werden. “Schnellwirkung”, das primäre Attribut des Mesmers, hat ebenfalls keinen Einfluss auf die Nachwirkzeit. Um die Effizienz eines Zauberwirkers zu maximieren, könnt ihr einen Zauber in die Warteschlange stellen, während ihr einen anderen wirkt. Ihr könnt Zauber auch während der Nachwirkzeit in die Warteschlange stellen. Sobald die Nachwirkzeit um ist, beginnt euer Charakter sofort mit dem Wirken des nächsten Zaubers in der Warteschlange.
Rüstung: Trefferposition und Schadensreduzierung
Rüstung durch Schilde und der Schildbonus wirken sich allgemein auf genommenen Schaden aus. Absorptionsrunen von Kriegern wirken sich ebenfalls allgemein aus. Unmittelbar jedoch bieten Rüstungsteile Schutz für bestimmte Stellen. Bietet also euer Brustschutz einen Bonus bei einem bestimmten Schadenstyp (Kälte, Feuer, Hiebe usw.), wird dieser Bonus nur aktiv, wenn ihr an der Brust getroffen werdet. Denkt daran, dass manche Stellen einfacher zu treffen sind als andere. Nachfolgend sind die einzelnen Rüstungspositionen und deren Trefferwahrscheinlichkeit von einfach bis am schwierigsten aufgeführt: Brust, Beine, Hände, Füße und Kopf.
Spieltipp
Wenn ihr Rüstung für euren PvP-Charakter auswählt, solltet ihr über spezielle Rüstungsboni für Brust und Beine nachdenken, weil diese Bereiche im Allgemeinen am häufigsten getroffen werden.
Rüstungsdurchdringung
Rüstungsdurchdringung entfernt einen prozentualen Anteil eurer Rüstung bei einem entsprechenden Treffer. So würde sich beispielsweise eine 25%ige Rüstungsdurchdringung bei einem Ziel mit RS 60 (Rüstungsstufe) so auswirken, als hätte es stattdessen eine RS von 45.
Spieltipp
Da die Rüstungsdurchdringung immer einen prozentualen Anteil der Rüstung des Ziels entfernt, ist ihre Wirkung umso größer, je stärker die Rüstung des Ziels ist. Bei einer Durchdringung von 20% erzielt ihr bei einem Gegner mit 100 RS effektiv 80 RS (-20 RS), während ihr einem 60 RS-Ziel so viel Schaden zufügt, als hätte es 48 RS (-12 RS). Trotzdem ist höhere Rüstung natürlich trotz höherer Wirksamkeit nach wie vor höhere Rüstung, und ein Treffer bei 80 RS fügt wesentlich weniger Schaden zu als ein Treffer bei 48 RS. Als Faustregel solltet ihr das Ziel mit der niedrigstmöglichen RS angreifen, um den größtmöglichen Schaden zu erzielen.
Reduzierung der Angriffsgeschwindigkeit
Die Reduzierung der Angriffsgeschwindigkeit durch verschiedene Quellen ist auf eine Geschwindigkeitsreduktion von 50% begrenzt. Keine Fertigkeit kann die Angriffsgeschwindigkeit über 50% hinaus reduzieren.
Hier die Fertigkeiten, die die Angriffsgeschwindigkeit reduzieren:
Mutlosigkeit (50%)
Sanftmut (50%)
Schatten der Angst (50%)
Seelenfessel (30%)
Beispiel für eine Stapelung:
(Schatten der Angst -50%) + (Mutlosigkeit -50%) = 50% langsamer (die Begrenzung von 50% kann nicht überschritten werden).
Bei Effekten zur Erhöhung der Angriffsgeschwindigkeit, die mit Geschwindigkeitsreduzierungen gestapelt werden, wird einfach zusammengezählt. Die Berechnung ist einfach. Man addiert oder subtrahiert einfach die jeweiligen Geschwindigkeitsmodifikatoren, um den Gesamteffekt zu berechnen. Beachtet bitte, dass der neueste Gegenstand im Stapel als Erstes berechnet wird, bestimmte Effekte also Änderungen unterliegen können.
(Schatten der Angst -50%) + (Rücksichtslose Hast +25%) = 25% langsamer
(Rücksichtslose Hast +25%) + (Raserei +33%) + (Schatten der Angst -50%) = 8% schneller
(Rücksichtslose Hast +25%) + (Raserei +33%) + ("Ic hwerde Euch rächen!” + 25%) + (Mutlosigkeit -50%) + (Schatten der Angst -50%) = 17% langsamer
Spieltipp
Ihr könnt zwar mit Nekromanten-Verhexungen die Angriffsgeschwindigkeit eurer Gegner um nicht mehr als 50% reduzieren, aber dafür freigesetzte Maßnahmen eures Builds mit einbeziehen. “Mutlosigkeit” kann sehr nützlich sein, weil diese Fertigkeit zur Lebenspunktdegeneration beiträgt. Wendet diese Verhexung zuerst auf Nahkampfcharaktere an. Falls jedoch keine in der Nähe sind, könnt ihr damit auch Druck auf feindliche Heiler ausüben. Wenn ihr “Mutlosigkeit” auf demselben Fertigkeitsbalken wie “Schatten der Angst” unterbringt, sorgt ihr für Lebenspunktdegeneration und großflächige Nahkampf-Ausschaltung sowie eine Wirkungsbereich-Überdeck-Verhexung.
“Sanftmut” hingegen könnte man in einem verhexungslastigen Build als benutzerfreundliche Überdeck-Verhexung betrachten. Denkt nur daran, das derartiges Vorgehen immer einen höheren Verlust an Energie und Lebenspunkten bedeutet. Auch wenn “Sanftmut” und “Schatten der Angst” dieselbe Geschwindigkeitsreduzierung und Verhexungsdauer haben, deckt “Sanftmut” einen größeren Bereich ab. “Schatten der Angst” funktioniert am besten bei einem Kriegertrupp oder einem dicht gedrängten Haufen von Feinden. “Sanftmut” erstreckt sich weit darüber hinaus, wodurch diese Fertigkeit leichter als “Schatten der Angst” zu positionieren ist.
Kritische Treffer
Die Chance, einen kritischen Treffer zu erzielen, liegt bei etwa 1% pro Waffenbeherrschung-Attributpunkt (gleiche Charakterstufe bei Angriff und Verteidigung vorausgesetzt). Im Allgemeinen kann man sagen, dass man umso mehr kritische Treffer erzielt, je besser die Waffenbeherrschung ist.
Es folgen Fertigkeiten, die die Chance auf einen kritischen Treffer erhöhen:
“Zielt auf die Augen!”
Kritisches Auge
Kritische Stöße (primäres Attribut der Assassinen)
Köpfen
Böswilliger Stoß
Urzorn
Kraft abzapfen
Weg des Assassinen
Rundumschlag
Es folgen Fertigkeiten, die die Chance auf einen kritischen Treffer aufheben:
Stumpfe Waffe
Steinfleisch-Aura
Steinmantel
Hier die Fertigkeiten, die Schutz vor kritischen Treffern bieten:
Ausgeglichene Haltung
Schadensreduzierung
Einige Schadensreduzierungsfertigkeiten lassen sich ohne Einschränkung stapeln. Wenn die Reduzierung groß genug ist, könnt ihr den erlittenen Schaden pro Treffer bis auf 0 verringern. Viele Fertigkeiten verleihen zusätzliche Rüstung, die sich jeweils stapeln lässt und den Schaden pro Treffer reduziert.
Folgende Fertigkeiten erhöhen die Rüstung:
“Schilde hoch!”
“"Haltet Eure Stellung!”
“Passt auf Euch auf!”
Erdrüstung
Frostrüstung
Nebelrüstung
Balthasars Avatar
Klingenumkehr-Refrain
Verhexungen umwandeln
Überzeugung
Verteidigungshaltung
Schmerz trotzen
Disziplinierte Haltung
Dolyak-Siegel
Dryders Verteidigungsanlagen
Elementarwiderstand (Malus gegen körperlichen Schaden)
Vorgetäuschte Neutralität
Fruchtbare Jahreszeit
Kalte Rüstung
Kinetik-Rüstung
Mächtig war Vorizun
Obsidianfleisch
Körperlicher Widerstand (Malus gegen körperlichen Schaden)
Unverwüstliche Waffe
Ablenkungsschild
Schild der Regeneration
Ruhig war Tanasen
Abwehr gegen Elemente
Abwehr gegen Schaden
Schadensreduzierungsfertigkeiten:
“Schon unterwegs!”
“Sie brennen!”
Rüstung der Heiligkeit
Rüstung der Gefühllosigkeit
Aura des Lich
Dunkle Flucht
Lebenssperre
Lebensbindung
Mantra der Erde
Mantra des Feuers
Mantra des Frosts
Mantra des Blitzes
Verhexung umkehren
Schild der Absorption
Schützende Hände
Steinfleisch-Aura
Vereinigung
Spieltipp
Schadensreduzierung und zusätzliche Rüstung schützt nicht vor Angriffen, die Lebenspunkte entziehen, oder vor Lebenspunktdegeneration.
Pfeilen und Geschossen ausweichen
Um Pfeilen, Speeren, Zauberstabangriffen und auf Geschossen basierenden Zaubern auszuweichen, muss man sich einfach nur seitwärts oder schnell vor und zurück bewegen. Das “Bewegen per Klick” funktioniert auch ganz gut. Bei Geschossen gibt es keinen Zufallseffekt. Wenn ein Geschoss an einer Stelle landet, an der ihr nicht steht, verfehlt es euch.
Spieltipp
Wenn ihr ein paar Experten in Aktion beobachten wollt, schnappt euch einen Bogen, Speer, Zauberstab oder geschossbasierten Zauber wie z. B. “Kugelblitz” und geht zur Insel der Namenlosen. Sucht dort die Meisterin der Heilung auf (wendet euch nach rechts) und greift sie an. Achtet darauf, wie sie mühelos den meisten eurer Angriffe ausweicht. Das zeigt euch, wie viel Schaden ihr euch ersparen könnt, indem ihr einfach nur den heranfliegenden Geschossen ausweicht.
Erschöpfung
Wenn ein Zauber Erschöpfung verursacht, erscheint ein grauer Schatten auf der rechten Seite eures Energiebalkens. Bei Zaubern, die Erschöpfung verursachen, wird die maximale Energie immer um 10 reduziert, selbst wenn ihr einen 5er- oder 25er-Energiezauber wirkt Die Erholungsrate bei Erschöpfung beträgt maximal 1 Energiepunkt alle 3 Sekunden.
Nur die Zauber von Elementarmagiern rufen Erschöpfung hervor, obwohl ein paar andere Fertigkeiten auch andere Charaktere damit belegen können.
Erschöpfung hervorrufende Fertigkeiten:
Ermüdender Angriff (Assassine)
Arkane Schwäche (Mesmer)
Tagundnachtgleiche (Waldläufergeist, der die Erschöpfung verdoppelt)
Spieltipp
Erschöpfung kann nicht entfernt werden, aber die Fertigkeit “Glyphe der Energie” von Elite-Elementarmagiern kann sie verhindern.
Lebenspunktopfer
Das Lebenspunktopfer ist ein Effekt, der als “Verlust” bezeichnet und nicht als Schaden betrachtet wird. Ihr könnt euch bis zum Tod opfern. Verlust und “Lebensentzug” sind im Grunde genommen ein und dasselbe (bei Lebensentzug verliert der Gegner Lebenspunkte, die ihr wiederum gewinnt), und beides ignoriert Rüstung und Schaden reduzierende Zauber. Beispiel: “Schützende Hände” reduziert weder den Lebensentzug durch “Vampir-Starren” oder Vampirwaffen noch den Verlust von Lebenspunkten durch ein Opfer.
Manche Builds setzen Selbstopfer so oft ein, bis ein Charakter schließlich stirbt. Meistens handelt es sich dabei um Nekromanten-Dienermeister-Teams, aber auch bei “Todesnova"-Builds werden manchmal Selbstopfer praktiziert. Eine häufige Methode zur Selbstopferung ist der Einsatz von “Leben einflößen”. Der sich selbst opfernde Charakter verwendet einen Waffensatz mit +60 Lebenspunkten und benutzt wiederholt “Leben einflößen”, bis die Lebenspunkte unter 60 fallen. Derselbe Spieler wechselt daraufhin zu einem Vampir-Waffensatz mit weniger Lebenspunkten, was sofort zum Tod des Charakters führt und einen nützlichen Vorrat an zu plündernden Kadavern für Diener schafft. Das Umschalten auf einen Nicht-Vampir Waffensatz lässt dem Charakter 1 Lebenspunkt.
Nur eine einzige Fertigkeit verringert Lebenspunktopfer: “Aura des Lich”. Sie halbiert eure maximale Gesundheit und Schaden jedweger art, inklusive Lebenspunktopfer um die Hälfte.
Höhenvorteil
Viele Spieler wissen schon lange, dass Waldläufer einen Vorteil haben, wenn sie von einem höheren Standort aus angreifen. Dagegen sind sie im Nachteil, wenn sie beim Angriff tiefer als ihr Ziel stehen. Welche Vorteile sich bieten, hängt von der jeweiligen Höhe ab. Man kann aber sagen, dass sich Waldläufer grundsätzlich höhere Standorte suchen sollen. Paragone haben zwar eine geringere Reichweite, können jedoch von einem höheren Standort aus ebenfalls größeren Schaden verursachen. Dieser Effekt wird oftmals übersehen, obwohl sich der zusätzliche Schaden mit der Zeit bezahlt machen kann.
Spieltipp
Wenn ihr in einem Paragon-Spike-Team spielt, solltet ihr den Feind in hügeliges Gebiet locken oder sie vor einem Spike unter eine Brücke zwingen. Das gilt vor allem, wenn es eurem Team schwer fällt, Feinde zu Fall zu bringen. Spielt ihr selbst gegen einen Paragon-Spike, versteckt euch hinter Gebäuden oder Klippen und sucht nach höheren Standorten, um den Spikern den Höhenvorteil zu nehmen.
Anwendung im PvP
Wenn ihr euch damit vertraut macht, wie die einzelnen Spieleffekte funktionieren, könnt ihr eure PvP-Fähigkeiten verbessern und euch besser auf Guild Wars-Kämpfe vorbereiten. Falls ihr diese Effekte ausprobieren möchtet, lest unsere älteren ABC-Artikel über Arenen, die sich zum Üben mit Builds gut eignen.





















