Heldenkampf-Meisterschaft im Mai
Piccolo II gegen Master Of Whizkers
Von Alex Marsyla
Besonderer Hinweis: Jeder Spielbericht repräsentiert die Meinungen und Interpretationen eines einzelnen Spielbeobachters. Bei diesen Beobachtungen handelt es sich um die persönlichen Ansichten des Autors, die nicht unbedingt die Meinungen und Ansichten von ArenaNet widerspiegeln müssen. Obwohl ArenaNet jeden Artikel redigiert, um sicherzustellen, dass die darin dargelegten Inhalte alle Spieler berücksichtigen, möchten wir unseren Berichterstattern dennoch die Freiheit geben, ihre persönliche Meinung in ihre Analyse der aktuellen Atmosphäre des kompetitiven Spielgeschehens von Guild Wars einfließen zu lassen und Ansichten zu vertreten, die auf ihren eigenen Erfahrungen und Beobachtungen beruhen.
Am Sonntag, den 27. Mai wurde die erste monatliche Heldenkampf-Meisterschaft ausgetragen. Das Turnier wurde in sieben Runden nach dem Schweizer System abgehalten, und die Karten wechselten von der Vierung über den Brückenkopf zur Bombardierung, zu Wüstensand und begannen dann wieder von vorne. Eine ganze Reihe guter Spieler, von denen sich die Mehrzahl in den Top 100 der Heldenkampf-Rangliste tummeln, nahmen daran teil. Die Kämpfe waren heftig und die Siege verdient. Im Entscheidungskampf um den Meistertitel des ersten Monats traten Piccolo II und Master of Whizkers (zum Zeitpunkt des Verfassens Platz 9 und 16 auf der Rangliste) gegeneinander an. Beide Spieler gingen mit 6 Siegen und ohne Niederlage in die siebte Runde.
Bombardierung
Die siebte Runde fand dort statt. Die Bombardierung ist kreisförmig angelegt und der zentrale Schrein befindet sich genau in der Mitte zwischen den Startpunkten der Spieler. Der zentrale Schrein wird von zwei Gesundheitsschreinen im Westen und der Belagerungskanone im Osten flankiert. Die Belagerungskanone ist für den Namen und die Einzigartigkeit dieser Karte verantwortlich. Nachdem ein Spieler die Belagerungskanone erobert hat, feuert sie in regelmäßigen Intervallen auf den zentralen Schrein. Diese Angriffe fügen dem Spieler und den Helden, die die Kanone nicht kontrollieren, 100 Punkte Rüstung ignorierenden Schaden zu. Die Belagerungskanone ist auf dieser Karte von großer Bedeutung, da sie ganz einfach den Verlauf einer Auseinandersetzung am zentralen Schrein beeinflussen kann.
Erste Runde
In der ersten Runde setzte Piccolo einen A/K mit einer Kombo, die auf den Eliteangriffs-Verzauberungen basierte, einen Mö/E mit “Schild der Regeneration”, einen R/P-Meutenjäger mit “Gemeinsame Heilung” und einen weiteren Mö/E mit “Zustand wiederherstellen” ein. Sein Build war eine Abweichung von dem Standard-Metagame-Build, das einen A/K, zwei R/P-Meutenjäger und einen “Schild der Regeneration"-Mö/E umfasst. Normalerweise scheint Piccolo Builds einzusetzen, die sich eng an das aktuelle Metagame halten, deshalb können wir davon ausgehen, dass er das Build änderte, nachdem er Master of Whizkers bei früheren Turnier-Matches beobachtet hatte.
Master of Whizkers spielte mit einem Build mit mehreren selbstgenügsamen Charakteren, die ein herkömmliches Metagame-Build zu bekämpfen in der Lage sein sollten. Es enthielt zwei “Gemeinsame Heilung"-Meutenjäger, einen D/K mit “Ebon-Staubaura” und einen D/P mit Speerangriffen. Die Strategie hinter dem Build von Master of Whizkers war wohl der Shutdown der körperbetonten, schweren Metagame-Builds durch das Anhäufen von Zuständen wie “Verkrüppelung” und “Blindheit” auf dem Ziel mit der Absicht, sie unschädlich zu machen. Gleichzeitig sollten die beiden Meutenjäger vom Kampf entfernt punkten.
Spielercharaktere
Piccolo spielte wahrscheinlich den Assassinen, der einen ungewöhnlichen Fertigkeitenbalken hatte. Die Helden-KI erkannte nicht immer, wie die Fertigkeiten und taktischen Möglichkeiten des Build am besten ausgenutzt werden konnten. Master of Whizkers spielte augenscheinlich den Derwisch/Krieger mit “Ebon-Staubaura” und “Verkrüppelnder Schlag”, mit der Absicht, die Ausbreitung von Zuständen zu maximieren. Und Helden sind dabei nicht so gut wie menschliche Spieler.
Generell setzen Spieler solche Builds ein, weil sie damit die Helden des gegnerischen Spielers zwischen den Schreinen abfangen und einfacher Kills erringen können, als wenn sie versuchen, einen Helden dazu zu bringen, dasselbe zu tun. Außerdem ist die Helden-KI darauf ausgelegt, dass er gegen eine Gruppe antreten würde, die er allein nicht bewältigen könnte.
Taktik des frühzeitigen Split
Zu Anfang des Matches splittete Piccolo seinen “Schild der Regeneration"-Mönch und den Meutenjäger ab, um die zwei Gesundheitsschreine zu erobern, während sein Assassine mit dem “Zustand wiederherstellen"-Mönch auf die Belagerungskanone zuhielt. Master of Whizkers splittete seine Meutenjäger ab, um den zentralen Schrein und einen der Gesundheitsschreine einzunehmen, und die beiden Derwische kümmerten sich um die Belagerungskanone. Piccolo nahm die beiden Gesundheitsschreine ein und Master of Whizkers hielt den zentralen Schrein.
Bei der Belagerungskanone drängte Piccolo schließlich Master of Whizkers zurück und nahm den Schrein ein. Anschließend wogte der Kampf in Richtung des zentralen Schreins und Master of Whizkers schaffte es, mit einem Meutenjäger die Belagerungskanone zu erobern. Nach der Einnahme der Belagerungskanone übernahm Master of Whizkers schließlich die Kontrolle über den Kampf am zentralen Schrein und er konnte ein paar Kills für sich verbuchen.
Zu diesem Zeitpunkt führte Piccolo allerdings überlegen nach Punkten, weil er die äußeren Schreine während des Großteils des Matches gehalten hatte. Nachdem Master of Whizkers Piccolo vom zentralen Schrein vertrieben hatte, versuchte er die beiden Gesundheitsschreine einzunehmen und sein Punktedefizit aufzuholen. Dabei gelang es Piccolo, die Belagerungskanone zu erobern und einen weiteren Versuch zur Einnahme des zentralen Schreins zu starten. Der Kampf am zentralen Schrein ging weiter, bis die Zeit ablief. Nach zehn Minuten hatte es Piccolo geschafft, seine Führung mit 19 Punkten zu halten, während Master of Whizkers 14 Punkte errungen hatte.
Wahl des Build
Ich möchte auf meine frühere Vermutung zurückkommen, dass Piccolo anscheinend sein Build geändert hatte, um besser gegen Master of Whizkers gewappnet zu sein. Die Aufnahme eines zweiten Mönchs in sein Build und der abnormale Assassinen-Fertigkeitenbalken waren beide ausdrücklich für ein Zusammentreffen mit Master of Whizkers und sein verzauberungs- und zustands-lastiges Build bestimmt. Durch die Verwendung von Angriffs-Verzauberungen gelang es Piccolo, alle Verzauberungen, die die beiden Derwische von Master of Whizkers benutzten, loszuwerden, was sich als wirksame Methode gegen die beiden herausstellte. Abgesehen von dem untypischen Assassinen-Balken stellte sich auch der “Zustand wiederherstellen"-Mönch als vorteilhafte Entscheidung für Piccolo heraus. Master of Whizkers’ Build war auf massiven Zustandsdruck und Shutdown angelegt. Piccolo gelang es, dies auszugleichen, indem er einen “Zustand wiederherstellen"-Mönch in Kombination mit dem Assassinen einsetzte. Diese beiden Aspekte von Piccolos Build entschieden zwar nicht über den Ausgang des Kampfes, sie gaben Piccolo aber das Werkzeug in die Hand, um daran zu arbeiten.
Nach dem Spiel
Die Eröffnungszüge beider Spieler entschieden das Ergebnis dieses Matches. Es scheint ganz so, als hätte Piccolo es mit der Eroberung der beiden Gesundheitsschreine und der Belagerungskanone schon früh gewonnen. Es scheint zwar nur ein winziges Detail zu sein, aber diese Eroberungspunkte erlaubten es Piccolo, ein Patt am zentralen Schrein aufrecht zu erhalten und seinen Punktevorsprung schon früh auszubauen. Als Master of Whizkers die Belagerungskanone eroberte, erzwang Piccolo die Neutralisierung des Gesundheitsschreins und baute seinen Punktevorsprung weiter aus. Das Halten der beiden Gesundheitsschreine bedeutete zu diesem Zeitpunkt für Piccolo, dass er die Belagerungskanone lange genug halten konnte, um einen erwähnenswerten Vorsprung zu erringen. Der Punktevorsprung, den Piccolo früh im Spiel aufgebaut hatte, war für Master of Whizkers nicht mehr einholbar, obwohl er beide Gesundheitschreine eroberte, nachdem er Piccolo aus dem zentralen Schrein verdrängt und ein paar Kills errungen hatte. Hätte Piccolo es nicht geschafft, während des Großteils des Spiels beide Gesundheitsschreine zu halten, wäre der Ausgang des Matches womöglich ein ganz anderer gewesen.
Unabhängig vom Ergebnis haben sich beide Spieler in diesem Turnier extrem gut geschlagen. Bei einem so starken Spielerfeld die siebte Runde ungeschlagen zu erreichen war allein schon eine Meisterleistung. Hut ab vor Piccolo II und Master of Whizkers und herzlichen Glückwunsch an Piccolo II zum Sieg in der ersten monatlichen Heldenkampf-Meisterschaft!
Alex studiert im sechsten Semester Computerinformationssysteme. Online-Spiele spielt er seit seiner Kindheit und Guild Wars seit seiner Veröffentlichung.





















