Status des Spiels – 16. Oktober 2006

Werdet eins mit eurem inneren Mönch

Von Harold J. Chow

Es hat den Anschein, dass beinahe jedes kompetitive Match von der Leistung der daran beteiligten Mönche entschieden wird. Ein Mönch, der sein Team im entscheidenden Moment am Leben erhält, trägt damit einen enormen Anteil am Sieg seines Teams. Mönche, die wiederum einer gegnerischen Offensive unterliegen, müssen sich des Öfteren nach der Niederlage ihres Teams über den Voice Chat schelten lassen. Eine oftmals vergessene Tatsache ist jedoch, dass Mönche, die auf hohem kompetitivem Niveau spielen, nur dann erfolgreich sein können, wenn das Zusammenspiel des gesamten Teams gut funktioniert. Mönche und Nicht-Mönche müssen zusammen daran arbeiten, die Überlebenschancen ihres Teams auf einen höchstmöglichen Level zu bringen.

Die Team-Build

Wenn ihr erfolgreichen Gilden im Beobachtermodus zuseht, merkt ihr schnell, dass Mönche dieser Gilden fast immer auf die Unterstützung ihrer Nicht-Mönch-Teamgefährten zählen können. Einer der häufigsten Unterstützungscharaktere, der Elementarmagier/Mönch, verwendet oftmals Gruppe Heilen, um Mönchen zu helfen, wichtige Energiepunkte zu Zeiten hohen gegnerischen Drucks und eventueller Lebenspunktdegeneration ihres Teams zu sparen. Jeder Energiepunkt zählt, wenn Mönche sich ihren Hauptaufgaben wie der Entfernung von Verhexungen und Zuständen sowie dem Entgegenwirken von Spikes widmen. Manche Gilden setzen zusätzliche Unterstützungscharaktere ein, um die Last dieser Aufgaben aufzuteilen, so zum Beispiel einen Nekromanten/Mönch mit Zustände entziehen oder einen Mesmer/Mönch mit Verhexung entziehen oder Verhexungen vertreiben.

Verbesserte defensive Fähigkeiten und Schadensvorbeugung macht die Arbeit eines Mönchs weitaus einfacher und übersichtlicher. Teams haben außerdem die Möglichkeit, einen Nekromanten/Mönch oder Elementarmagier/Mönch mit Aegis auszurüsten, um die Hälfte der gegnerischen Angriffe abzublocken. Andere Elementarmagier rüsten wiederum Schutz gegen Nahkampf aus, um ihre Krieger unterstützen. Einige Primär- oder Sekundärklassen-Krieger verwenden “Schilde hoch!”, um Waldläufern einen Strich durch die Rechnung zu machen und ihre Rüstung gegen andere Klassen zu schützen, die Stichschaden zufügen. Mesmer und Nekromanten rüsten auch oftmals Fertigkeiten gegen offensive Verhexungen wie Mutlosigkeit oder Geist des Versagens ein, um einen Kriegertrupp zu behindern oder Waldläufer am Abfeuern zu vieler störender Pfeile zu hindern. Ritualisten verwenden defensive Geister wie Zuflucht und Vereinigung, um ihre Gruppe gegen Angriffe unempfindlicher zu machen.

Der Fertigkeitsbalken von Mönchen sollte sich naturgemäß an die Fertigkeitsbalken der Build ihres Teams anpassen. Wenn euer Team einem stark verhexungslastigen Team gegenübersteht, sollten Mönche zusätzliche Verhexungsentfernungen ausgerüstet haben. Ein extremes Beispiel für diesen Fall bot uns eine Spitzengilde, die ein gegnerisches Team mit extrem hohem Druck aus einer Kombination von Schaden und degenerativen Zuständen überrumpeln wollte und aus diesem Grund nur einen Mönch in ihrer Build hatte. Dieser Mönch setzte “Der Sieg ist mein!” extrem clever ein, um seine Energiepunkte aus den unzähligen Zuständen aufzustocken, die sein Team auf verschiedene Gegner wirkte. Der E/Mö der Gruppe kümmerte sich mit Gruppe heilen um die Lebenspunkte seines Teams, während der N/Mö mit Zustände entziehen die Angreifer des Teams sauber hielt. Und selbst die Krieger hatten Pestberührung ausgerüstet, um Blindheit zu entfernen. Der Erfolg der Gilde beruhte stark darauf, dass sie anstelle eines Standard-Mönchs eine Build spielte, die einfach gut durchdacht war, und in der sich alle Charaktere perfekt ergänzten.

Das Spiel als Mönch

Obwohl gute Teamarbeit extrem wichtig ist, müssen Mönche auch auf individuellem Niveau zu überzeugen wissen, um sich im PvP erfolgreich zu behaupten. Manchen Spielern erscheint das Spielen als Mönch oder Heiler einer anderen Klasse manchmal so, als ob sie im Vergleich zu anderen Klassen ein völlig anderes Spiel spielten: Anstatt die wunderschön dargestellte Landschaft oder die Wirkung ihrer mächtigen Angriffe auf Feinde zu bewundern, haben Mönche in erster Linie das Gruppenfenster und die Lebenspunktebalken ihrer Teammitglieder im Auge. Um euer eigenes Spiel als Mönch zu verbessern, ist es wichtig, dass ihr dazu in der Lage seid, euren eigenen Spielstil anzupassen.

1) Anpassung des Benutzerinterface

Mönche müssen in der Lage sein, gleichzeitig das Kampfgeschehen und den Lebenspunktestand ihrer Gruppenmitglieder im Gruppenfenster zu verfolgen, und außerdem ihre Gruppenmitglieder am Leben zu halten. Die Option zur Anpassung des Benutzerinterface (die ihr mit F11 aufrufen könnt) hilft euch dabei, all eure Ziele zu erfüllen. Wenn ihr euren Kompass näher an das Gruppenfenster legt, wird es für euch einfacher, euch gleichzeitig mithilfe des Kompasses zu orientieren und den Lebenspunktestand eurer Gruppe zu verfolgen. Spieler, die zur Aktivierung ihrer Fertigkeiten der Maus den Vorzug über die Tastatur geben, können den Fertigkeitsbalken näher an das Gruppenfenster legen und gegebenenfalls dessen Größe ändern. Dies kann während Spikes extrem hilfreich sein. Diejenigen unter euch, die Fertigkeiten lieber über die Tastatur aktivieren, können sich Hotkeys für jedes Mitglied der Gruppe einrichten. Manche Mönche binden beispielsweise die Zifferntasten des Ziffernblocks an die verschiedenen Gruppenmitglieder. Da die Tasten des Ziffernblocks von den anderen Zifferntasten (oberhalb dem Buchstabenbereich eurer Tastatur) unabhängig sind, können diese Mönche ihre Gruppenmitglieder mit der einen Hand anwählen und die entsprechende Fertigkeit mit der anderen Hand wirken.

2) Tiefe Kenntnis der eigenen Fertigkeiten

Ein Mönch sollte offensichtlich wissen, was seine Fertigkeiten bewirken ... ein guter Mönch weiß aber auch, wann er sie einsetzen muss. Natürlich sind sich Mönche im Allgemeinen bewusst, dass sie Schutzgeist einsetzen können, um Spikes entgegenzuwirken und eine große Menge des Schadens zu mildern. Die proaktive Anwendung dieser Fertigkeit auf ein Gruppenmitglied, das sich durch den Wirkungsbereich einer Tribock-Explosion bewegt, oder die Ausweitung der Fertigkeit in den Bereich feindlicher Linien, kann verhindern, dass der Verbündete getötet wird, bevor der Mönch reagieren kann.

Auch die Kenntnis der Fertigkeiten eurer Gegner hilft euch als Mönch, mit der richtigen Fertigkeit zu reagieren. Wenn ihr zum Beispiel seht, dass eine Gruppe gegnerischer Nekromanten beginnt, Schattenschlag zu wirken, solltet ihr als Mönch daraus schließen, dass ein so genannter “Blut-Spike” auf das Gruppenmitglied bevorsteht, dem sich die Nekromanten zugewandt haben. Ein Mönch, der sich in einer solchen Situation befindet, sollte seine aktuelle Aktion abbrechen und stattdessen den Einsatz einer Fertigkeit mit schneller Aktivierungszeit vorbereiten. Da Schattenschlag bekanntermaßen eine Aktivierungszeit von zwei Sekunden besitzt, kann ein Mönch eine 0.75-Sekunden Heilung wie Wort der Heilung

Genau wie ein Drachen (engl.: kite) sich unvorhersehbar im Himmel hin- und herbewegt und dabei dennoch an einen festen Ausgangsort gebunden ist, muss auch ein Mönch lernen, seinen Angreifern durch ständige Bewegung auszuweichen, ohne dabei außer Reichweite zu kommen, sein Team zu heilen. Wenn ein Teammitglied Abwehr gegen Feinde wirkt, solltet ihr euch im Wirkungsbereich dieser Fertigkeit bewegen, um Nahkampf-Angreifer abzuwimmeln. Gleichermaßen solltet ihr euch im Wirkungsbereich von Staubfalle oder Abwehr gegen Nahkampf eines Teammitglieds bewegen, um von der eingeschränkten Effizienz von Nahkampf-Angreifern zu profitieren. Weicht Geschossen wie Kugelblitzen oder Pfeilen aus, in dem ihr nach links oder rechts ausweicht, bevor sie treffen. Die Mönche der besten Gilden stehen im Kampf fast nie still, da ständige Bewegung Schaden mildert. Mönche, die es gelernt haben, im richtigen Augenblick anzuhalten, wenn ein sie verfolgender Krieger versucht, Bullenstoß zu wirken, können sich einen Besuch beim Wiederbelebungsschrein ersparen.

4) Stellungsspiel

Nahezu alle Mönchfertigkeiten sind nutzlos, wenn der sie wirkende Mönch sich nicht in Reichweite der Schaden nehmenden Gruppenmitglieder befindet. Aber auch Mönche, die sich zu nahe an das Kampfgeschehen heranwagen, sind für ihr Team nicht von großem Nutzen, wenn sie zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Gegners werden. Idealerweise solltet ihr euch immer in Reichweite der meisten Gruppenmitglieder befinden und in der Lage sein, vorherzusehen, wann ihr euch nach vorne vorwagen müsst, um einem von Feinden umringten Nahkämpfer aus der Patsche zu helfen.

Auch eure Umgebung ist für euer Stellungsspiel extrem wichtig. Verbergt euch hinter Mauern und anderen für euch vorteilhaften Gegebenheiten der Umgebung, um euch vor den verheerenden Bogen-Angriffen der Waldläufer zu schützen. Wirker können außerdem Höhenunterschiede ausnutzen, um sich vor Nahkampfangriffen zu schützen und nicht an Projektile gebundene Zauber auf Verbündete oder Feinde zu wirken.

5) Kommunikation mit der Gruppe

In einem Spiel, in dem es auf gute Teamarbeit ankommt, bedeutet effiziente Kommunikation den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. Mönche können ihrem Team über Voice Chat mitteilen, wenn ihre Energiepunkte sich auf niedrigem Stand befinden, und so dem Rest der Gruppe vermitteln, dass ein Rückzug bevorstehen könnte. Eurer Gruppe mitzuteilen, einen Krieger zu blenden oder ihn auf andere Weise zu behindern, kann Mönchen Freiraum verschaffen, sich auf das Heilen des Teams zu konzentrieren und keine Zeit mit andauerndem Kiten zu verschwenden. Mönche können die Gruppe außerdem vor Gefahren wie Unterbrechern oder Migräne-Mesmern warnen, die in der Lage sind, sämtliche Heiler-Aktivitäten auszuschalten.

Das Spiel als Nicht-Mönch

Auch Nicht-Mönche können sich einige der obigen Strategien aneignen, um die Chancen ihrer Mönche zu steigern, die Gruppe am Leben zu halten. Das Benutzerinterface eines Nicht-Mönchs sollte es dem Spieler erlauben, seinen Charakter bestmöglich zu steuern. Nicht-Mönche, die sich mit der Wirkung verschiedener Fertigkeiten vertraut gemacht haben, wissen, welche feindlichen Fertigkeiten ihren Mönchen die größten Schwierigkeiten machen, wenn ihnen nicht entgegen gewirkt wird. Das Unterbrechen oder Angreifen dieser Feinde kann es Mönchen ermöglichen, sich länger und besser um die Gesundheit der Gruppe zu kümmern. Ein Nicht-Mönch mit gutem Kiting im Angesicht einer unerwarteten Gefahr gibt seinem Mönch mehr Zeit, eine lebensrettende Heilung zu wirken. Das Verbleiben in Heilungs-Reichweite der Mönche der Gruppe trägt auch einiges zum Erfolg dieser Gruppe bei, da Nicht-Mönche geheilt werden können und gleichzeitig in der Lage sind, ihre Mönche schneller vor feindlichen Angreifern zu schützen.

Teams, die geschickt miteinander kommunizieren, haben alle Vorteile auf ihrer Seite, da beispielsweise Krieger, die ihren Mönchen mitteilen, dass sie zusätzlichen Schutz brauchen, einen präventiven Schutzzauber erhalten können und so ihre Überlebenschancen drastisch steigern. Teams, die die Warnungen ihrer Mönche vor problematischen Feinden Ernst nehmen, können ihre Mönche länger am Leben erhalten, indem sie diese Charaktere schnell und effizient ausschalten. Es ist außerdem extrem wichtig, eure Mönche nicht ständig mit Vorwürfen wegen zu langsamer Heilung aus der Konzentration zu bringen; Mönche, die wissen, dass ihr Team ihnen vertraut, haben mehr geistigen Freiraum, um sich voll und ganz ihrer Aufgabe zu widmen, anstatt wertvolle Zeit mit unnötigen Streitereien zu vergeuden.



Harold J. Chow ist freiberuflicher Guild Wars-Berichterstatter. Im Spiel findet ihr ihn unter dem Namen Guild Informant.