Status des Spiels - Einführung in das Schadensberechnungssystem von Guild Wars - 14. August 2006
Von Christian Brellisford
Überblick
Wenn ihr einen Spieler mit einer Waffe oder einer Fertigkeit angreift, verursacht ihr Schaden. Bei einem erfolgreichen Angriff erscheinen über dem Kopf des Ziels Zahlen in gelber Farbe, die euch anzeigen, wieviel Schaden ihr dem Gegner zugefügt habt. Die Höhe dieses Schadens wird von vielen Faktoren beeinflusst. Das Spiel berechnet dabei die Art des Schadens, die Position des Angriffs am Körper des Ziels, die Rüstungsstufe und weitere Faktoren wie zum Beispiel gerade wirkende Verzauberungen oder Verhexungen. Wenn die Berechnung dieser Faktoren abgeschlossen ist, wird vom Spiel entschieden, wieviel Schaden ihr mit eurem Angriff verursacht habt. Spieler, die sich die grundlegenden Schadensarten und -resistenzen einprägen, können ihr Spiel verbessern, indem sie zu Beginn eines Kampfes die passenden Ziele und Fertigkeiten auswählen.
Schaden
Die verschiedenen Arten von Schaden lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen: Elementarschaden, körperlicher Schaden, Rüstung ignorierender Schaden und Lebenspunkte entziehender Schaden. Die Wirksamkeit jeder Art von Schaden hängt immer von verschiedenen Faktoren ab: Der Rüstung des Ziels, dessen Widerstandskraft gegen Elemente, Verstärkungen oder Abschwächungen, die auf den Charakter gewirkt werden, und wo am Körper des Ziels der Schaden wirkt. Es gibt eine fünfte Schadenskategorie, obwohl diese auf das Spiel insgesamt wenig Einfluss hat. Wirkerwaffen (Zauberstäbe und Stäbe) können andere Schadensarten zufügen, wie etwa Chaos- oder Lichtschaden. Sie ignorieren weder Rüstungen, noch passiert bei einem Treffer etwas Besonderes. Die Schadensmenge, die sie zufügen, ist am Anfang ziemlich niedrig, aber bei einer Rüstung, die einen Bonus gegen körperlichen oder Elementarschaden verschafft, erhaltet ihr diesen Bonus nicht, wenn ihr von einem Wirker mit einem Zauberstab oder Stab getroffen werdet.
Um ihre Überlebenschancen und Sicherheit in der Welt von Guild Wars zu steigern, sollten Spieler genau über die verschiedenen Arten von Schaden, und wie sie sich dagegen schützen können, Bescheid wissen.
Elementarschaden kann mithilfe der verschiedenen Elemente unterschieden werden. In Guild Wars gibt es die folgenden vier Haupt-Elemente: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Offensive Elementarmagier-Zauber verursachen immer Elementarschaden, doch das dabei wirkende Element ist je nach Fertigkeit verschieden. Auch andere Klassen können Elementarschaden verursachen, obwohl ihnen dabei weniger Optionen zur Verfügung stehen. Lest einfach die Beschreibung einer Fertigkeit, um zu sehen, welche Art von Schaden sie verursacht. Feuerball verursacht zum Beispiel Feuerschaden, während Kugelblitz Luftschaden verursacht.
Wenn ihr mit einer anderen Klasse Elementarschaden austeilen wollt, solltet ihr euch die Fertigkeiten dieser Klasse ansehen. Wenn ihr einen Nekromanten spielt, könnt ihr mit einigen eurer Zaubersprüche (zum Beispiel Bitterkalt) Kälteschaden verursachen. Viele der Kanalisierungsmagie-Fertigkeiten der Ritualistenklasse können Luftschaden verursachen. Assassinen können ihren Feinden mit Tanzende Dolche Erdschaden zufügen und Peinigungsmönche verwenden oftmals Eifererfeuer, um ihre Feinde zu verkohlen.
Luftschaden verfügt häufig über Rüstungsdurchdringung, je nach Fertigkeitsbeschreibung. Schock verursacht 25% Rüstungsdurchdringung, die Ritualisten-Fertigkeit Gelenkter Schlag (die außerdem Luft-Schaden verursacht) hingegen nicht.
Auch Waffen können in Guild Wars Elementarschaden verursachen. Dolche, Bögen und Kriegerwaffen können mit Elementarschaden aufgerüstet werden. Zauberstäbe und Stäbe verursachen jeweils den ihnen eigenen Elementarschaden. In der Beschreibung der jeweiligen Waffe erfahrt ihr, welche Art von Schaden sie verursacht.
Die Waffen von Kriegern, Waldläufern und Assassinen bewirken hauptsächlich körperlichen Schaden, der je nach Art der Waffe jeweils in drei weitere Unterkategorien aufgeteilt werden kann. Bogen und Dolche verursachen Stichschaden; Schwerter und Äxte bewirken Hiebschaden und Hämmer stumpfen Schaden. Rüstungen, Schilde und Gegenstände verleihen dem Träger weitere zusätzliche Boni gegen spezifische Unterkategorien körperlichen Schadens.
Lest die Beschreibung eurer Waffe, um zu sehen, welche Art von Schaden sie verursacht. Wenn ihr zum Beispiel eine ganz normale Axt habt, werdet ihr in der Beschreibung "Hiebschaden" sehen. Wenn ihr mit dieser Waffe einen Standard-Angriff ausführt, verursacht ihr damit Hiebschaden. Die normale Panzerung eures Feindes reduziert automatisch die Auswirkung von Schäden, ganz egal welchen Ursprungs. Es kann außerdem passieren, dass euer Ziel über weitere Resistenzen (eventuell sogar ganz speziel gegen Hiebschaden) verfügt, die bei einem Treffer automatisch aktiv werden und den genommenen Schaden weiter reduzieren. Wenn ihr bei einem solchen Angriff eure Waffe wechselt, und beispielsweise eine Axt mit einer feurigen Stiel-Aufrüstung benutzt, könnt ihr euren Schaden-Output erhöhen, sofern das Ziel keine zusätzlichen Resistenzen gegenüber Feuerschaden besitzt.
Fertigkeiten, die Angriffe mit zusätzlichem Schaden aufrüsten, bewirken hiermit tatsächlich Rüstung-ignorierenden Schaden. Wenn ihr also einen Feind mit einer Angriffs-Fertigkeit angreift, verursacht ihr damit den normalen Waffenschaden (dessen Wirkung die Rüstung mindert) und den zusätzlichen Schadenbonus.
![]() | SpaltenElite (Axtangriff) Wenn dieser Angriff sein Ziel trifft, verursacht ihr +(10…31) Schaden. Der Angriff erfordert Adrenalin. |
Sehen wir uns zunächst einmal die Krieger-Fertigkeit Spalten an. In der Beschreibung dieser Fertigkeit könnt ihr lesen, dass sie bei einem Treffer X Schaden verursacht. Dies bedeutet, dass die Rüstung eures Ziels bei einem Treffer dem regulären Axt-Schaden widersteht und Spalten eurem Angriff immer X Schadenpunkte hinzufügt. Alle Angriffs-Fertigkeiten funktionieren nach diesem Prinzip, es sei denn, in der Beschreibung einer Fertigkeit ist etwas Gegenteiliges vermerkt.
Rüstung-ignorierender Schaden macht seinem Namen alle Ehre: Er verursacht gegen alle Arten von Rüstungen immer die ganze Menge Schaden. Jede Fertigkeit, in deren Beschreibung keine spezifische Art von Schaden erwähnt wird, verursacht Rüstung-ignorierenden Schaden. Der Mesmer-Zauber Energiebrand verursacht immer zehn Schadenpunkte für jeden am Ziel verbrannten Energiepunkt. Je nach eurer Attributsstufe in Erdmagie verursacht Obsidianflamme an jedem Ziel die gleiche Menge Schaden - unabhängig von der Rüstung des Ziels. Auch heiliger Schaden ignoriert Rüstungen und macht Einblick des Richters (diese Fertigkeit verwandelt Schaden in heiligen Schaden) damit zu einer guten Wahl, wenn ihr einen Krieger spielt.
Ihr könnt die Wirkung von Rüstung-ignorierendem Schaden verringern, indem ihr verstärkende Verzauberungen wie Schützende Hände oder Schutzgeist einsetzt. Das Naturritual Unterschlupf und die Haltung Dunkle Flucht können außerdem verwendet werden, um die Wirkung von Rüstung-ignorierendem Schaden zu verringern.
Die letzte Art von Schaden, Lebenspunkte entziehen, ignoriert ebenfalls Rüstungen und der durch sie verursachte Schaden kann nicht verringert werden. Mit dem Entziehen von Lebenspunkten werden dem Feind immer Lebenspunkte in der angegebenen Höhe entzogen. Außerdem werdet ihr durch diesen Schadentyp gleichzeitig geheilt. Dies gilt auch für vampirische Waffen-Modifikatoren. Keine Fertigkeiten, die Schaden reduzieren, haben jemals Einfluss auf die Menge der Punkte, die beim Entziehen von Lebenspunkten verloren gehen.
Position
Angriffe und Zauber können an unterschiedlichen Positionen am Körper des Gegners wirken. Die für Schaden empfindlichen Positionen am Körper des Gegenrs sind: Kopf, Arme, Oberkörper, Unterkörper und Füße (entsprechend den verfügbaren Rüstungsteilen). Schilde haben außerdem Einfluss darauf, wieviel Schaden durch frontale oder seitliche Angriffe verursacht werden kann. Schaden trifft normalerweise den Hauptteil des Körpers, kann aber zufällig jeden Bereich des Körpers erreichen. Ein Gegner kann an den verschiedenen Teilen seiner Rüstung unterschiedliche Modifikatoren ausgerüstet haben. Dies bedeutet, dass ihr als Angreifer mit ein und dem selben Angriff oder Zauber an verschiedenen Positionen am Körper des Gegners unterschiedlich viel Schaden verursachen könnt.
Rüstung
Um sich gegen die verschiedenen Arten von Schaden zu schützen, setzen Spieler verschiedene Rüstungsgegenstände ein. Diese Rüstungsteile könnt ihr tragen und mit verschiedenen Modifikatoren ausstatten. Einige dieser Modifikatoren bieten euch Widerstand gegen Elementarschaden, andere bieten euch Resistenzen gegen körperlichen Schaden oder sogar universal gegen alle Arten von Schaden. Ihr könnt euch mit Modifikatoren auch gegen die Wirkung einer Verhexung, eines Zustandes oder einer Verzauberung schützen. Modifikatoren wirken nur, wenn euch ein Gegner an der Position des entsprechenden Modifikators trifft. Um zu erfahren, gegen wieviel Schaden euch ein Gegenstand schützen kann, solltet ihr seine Beschreibung lesen.
Die verschiedenen Klassen verfügen über unterschiedliche Basis-Rüstungsstufen (RS). Wirker-Charaktere besitzen die insgesamt niedrigste RS, Krieger die höchste. Waldläufer und Elementarmagier verfügen normalerweise über Rüstungen, die sie gut gegen die Elemente schützen.
Einige Gegenstände verfügen über besondere Modifikatoren. Schilde können zum Beispiel Modifiktatoren enhalten, die den körperlichen Schaden um zwei Punkte reduzieren. Dadurch wird die Höhe sämtlichen euch zugefügten körperlichen Schadens um zwei Punkte reduziert.
Seid euch immer darüber im Klaren, ob ihr eine Fertigkeit einsetzt, die Rüstungswerte steigert, oder die Schaden reduziert. Eine Fertigkeit wie "Passt auf Euch auf!" verbessert eure Rüstungswerte und die eurer Verbündeten. Die Schutzwirkung dieser Rüstungsverstärkung ist universal, sodass die Position des Angriffs keine Rolle spielt, während ihr unter ihrer Wirkung steht. Verzauberungen wie zum Beispiel Lebensbindung verringert die Wirkung von Schaden (der kein Leben entzieht) in Höhe der angegebenen Menge. Ihr solltet außerdem wissen, dass Fertigkeiten wie zum Beispiel Heilende Hände keinen genommenen Schaden reduzieren können - sie heilen vielmehr eine bestimmte Menge genommenen Schadens mit sofortiger Wirkung. Es ist aber trotzdem möglich, ein Ziel zu töten, das mit dieser Verzauberung ausgestattet ist.
Je mehr ihr über die Mechanismen des Schadenssystems von Guild Wars Bescheid wisst, desto besser werdet ihr. Wenn ihr effizient die maximale Menge an Schaden austeilt und erkennen könnt, wann eure Ziele die Wirksamkeit eures Schadens reduzieren, seid ihr auf dem besten Weg, so stark wie die Top-Spieler zu werden!
Christian Brellisford ist College-Student und studiert derzeit in Toronto (Ontario, Kanada) Videospiel-Design. Nach seinem Studium möchte er einen Beruf in diesem Bereich ergreifen. Christian spielt schon seit jungen Jahren und beschäftigt sich seit dem "E3 for Everyone"-Event 2004 mit Guild Wars. Zurzeit führt er die Gilde "Spirits of War" an. Im Spiel findet ihr ihn unter dem Namen Saidin Writer.






















