Spielberichte

WM vs. Te - Halbfinale, 26.08.06

<>Spielbericht von der <i>Guild Wars Factions</i>-Meisterschaft <br /> “War Machine [WM]” gegen “Treacherous Empire [Te]” </p> <p> Von Joshua Lovejoy </p> <h3>Spiel 1 – Brennende Insel</h3> <p> Das Überraschungselement ist mit Sicherheit von je her der größte und wirkungsvollste Pluspunkt von “War Machine” gewesen. WM hält an einem Build fest, wie sich ein launisches Kind für einen einzigen Tag an ein geliebtes Spielzeug klammert, das am nächsten Tag in die Ecke fliegt, aber nicht vergessen wird. In vergangenen Spielzeiten war gegen den damals angesagten Build des schnell gewirkten Luft-Spikes kein Kraut gewachsen und die “Rifts” standen an der Spitze dieser speziellen Nahrungskette. Damals ist WM auf eine erstaunlich dominante und mühelose Art ins Entscheidungsspiel gelangt. Alle anderen haben sich damals vor den Kopf geschlagen und gefragt: “Warum sind wir da nicht selbst drauf gekommen?” Was war der Schlüssel zum Erfolg? Drei Exemplare “Energiewelle” und mehr oder weniger eine Fantastillion geraubter Verzauberungen! </p> <p> Gestern Abend hatte so ziemlich jeder eine andere Vorstellung davon, was das öffentlichkeitsscheue Kraftpaket aus Korea aus dem Zylinder zaubern würde. EvIL gab ihren Senf dazu, iQ lief herum und machte Vorschläge, aber “Treacherous Empire” tat das, was “Treacherous Empire” immer macht: Sie nahm eine Fertigkeit nach der anderen und blieb am Ende bei etwas, von dem sie sich den Sieg versprach. Aber dreimal “Energiewelle”? Den Schmerz spürte man ja schon beim Zuschauen. </p> <p> Die Amerikaner traten mit ihrem Assassinen- und Illusionsmesmer-Build auf, wurden mit der Hallenwahl von WM aber auf dem falschen Fuß erwischt: Schauplatz war die Brennende Insel. Te schien davon unbeeindruckt und marschierte sofort auf die Flaggenstange zu, bereit, sich direkt in den Kampf zu stürzen. Zwei Segensbeschützer und ein Assassine sind hilflos, wenn sie mit dieser Art Beherrschungs-Ausschaltung konfrontiert werden, und die Lage wurde sicherlich nicht dadurch besser, dass die Teammitglieder von Te auf Anhieb extrem versprengt wurden und schon früh Verluste erlitten. Teils dank der langsamen Te-Wiederbelebungen machte “War Machine” Druck und zwang die Gegner durch Ergreifen ihrer Chancen schon Augenblicke nach dem ersten Zusammentreffen in der Mitte zum Rückzug. </p> <p> Allerdings reagierte Te rasch, indem sich die Gruppe darauf konzentrierte, ihre Teammitglieder aufzuteilen. Man schickte Trex los, damit er sich die Wachen der Flamme zur Brust nehmen sollte. Entweder merkte WM nichts davon oder es kümmerte sie nicht, aber schon neun Minuten später waren beide Wachen erledigt und Trex bahnte sich den Weg zum Stützpunkt von “War Machine”. Jetzt, wo der Weg frei war, folgte ihm Bob auf dem Fuße. Nachdem elf Minuten verstrichen waren, standen “War Machine” nur noch eine Handvoll verbliebener NSCs zur Verfügung, wodurch die Gruppe zum Rückzug gezwungen war. </p> <p> Entweder aufgrund mangelhafter Kommunikation oder wegen mangelnden Weitblicks ließ sich Te ihre bisher größte Chance im Spiel durch die Lappen gehen. “War Machine” teilte seine Teammitglieder auf, um den eigenen Stützpunkt zu verteidigen, doch Te versäumte es, aus dem Missverhältnis an der Flaggenstange einen Vorteil zu ziehen. Man setzte weder eine Flagge, noch wurde das unterbesetzte Team in der Mitte richtig bedrängt. Stattdessen verteidigte das primäre Team seinen Stützpunkt, während Bob und Trex auf ihrem Rückzug durch die Lava überrannt wurden. Von da an ging es für Te in diesem Kampf ums nackte Überleben – es galt, mit einem soliden NSC-Vorteil bis zu “Sieg oder Tod!” durchzuhalten, dann könnte man vielleicht noch gerade eben den Sieg davontragen. </p> <p> Als hätten die Mitglieder von Te die verpasste Chance erkannt, jagten sie nun los, sobald sie wiederbelebt waren, konnten sich aber wiederum nicht lange halten. Als 14 Minuten vorbei waren, wurde Sheep durch Sterbemalus ausgeschaltet und die restlichen Mitglieder seines Teams bekamen auf der Moraltabelle ordentlich etwas auf die Nuss. Der Kampf war zu Füßen von Tes Stützpunkt ins Stocken geraten und “War Machine” drängte nur noch hin und wieder nach vorn, wobei man NSCs niederstreckte, wo immer dies möglich war. </p> <p> Mit “Sieg oder Tod!” vor Augen schien “War Machine” allmählich ungeduldig zu werden und überstrapazierte ohne Unterlass den Empfang, den sie den restlichen NSCs von Te bereitete. Einige Male erlitt die Gruppe dabei Verluste und brachte sich in schöner Regelmäßigkeit in eine Lage, aus der sie ein Rückzug teuer zu stehen gekommen wäre. Als schließlich die 30. Minute eingeläutet wurde, machte Te ihren ersten wirklich entscheidenden Schachzug in diesem Kampf, wodurch sich das Blatt beinahe wendete. Sie warf ihre NSCs in den Kampf und teilte ihre Teammitglieder auf. Bob lief hinten herum zum Stützpunkt von “War Machine”, Trex schnappte sich eine Flagge und lief mit ihr zur Flaggenstange und die restlichen Teammitglieder kämpften einfach nur um ihr Leben. </p> <p> Trex bewegte sich zielbewusst, eroberte die Flagge, brachte “War Machines” Reserveflagge zurück und machte sich auf den Weg, Bob im WM-Stützpunkt zu treffen – doch überall auf der Karte wurde sein Team überrannt. Die Schadenszunahme durch SoT war gemeinsam mit dem riesigen Moral-Missverhältnis einfach zu viel, vor allem vor dem Hintergrund, dass jede gewirkte Schutzverzauberung unverzüglich zunichte gemacht wurde. Te kämpfte mit einem Feuer und einem Siegeswillen, auf den die Gilde stolz sein kann, dennoch war dieser Kampf verloren, trotz eines Moralschubs in der Nachspielzeit. Die Beschaffenheit der Brennenden Insel birgt für Teams in dichten Gruppen zahlreiche Möglichkeiten, in “Energiewelle"-Fallen zu tappen und “War Machine” nutzte das auf dem ganzen Weg zum Sieg zu ihrem vollen Vorteil aus. </p> <h3>Spiel 2 – Noch einmal die Brennende Insel</h3> <p> Ich sitze hier und bin immer noch verblüfft über das, was ich gerade mit angesehen habe. Te brachte einen vollkommen unerwarteten Build ein und “War Machine” zeigte, dass sie entweder ihre Hausaufgaben außerordentlich gut erledigt hatte oder aber hellsehen kann. </p> <p> Wieder einmal war die Kartenwahl eine Überraschung, weil sich Te für einen auf die Ausübung von Druck konzipierten und Zustand-lastigen Build entschieden hatte. Man hoffte darauf, die Energiereserven der Mönche von “War Machine” abzutragen und sich mit roher Gewalt einen Weg zum Sieg zu bahnen. Aber wer hätte schon mit “Lebensbindung” bei zwei Charakteren, “Leiden heilen” bei dreien und einem auf Anhieb beinahe vollständig auf Abwehr konzentrierten “War Machine"-Team gerechnet? </p> <p> Doch selbst so hätte Te diesen Kampf gewinnen müssen – daran hege ich nicht den geringsten Zweifel. Man verlor, weil die Gruppe etwas in den Kampf gebracht hat, das ich nur als einen völlig verschwendeten Nekromanten-Fertigkeitsbalken beschreiben kann: es fehlten sowohl “Gottloser Brunnen” als auch “Todesnova”. Nachdem “War Machine” erst einmal gemerkt hatte, dass “Explosion der Verwesung” die einzige Kadaverkontrolle war, mit der sie es zu tun bekommen würde, kam sie bei den Tiergefährten von Te voll auf ihre Kosten. Bob und Paladin, die in dieser Instanz Groller spielten, wurden aus diesem Grund für den Großteil des Kampfs nur zu schwachen Hammerkriegern gemacht und ich kann beim besten Willen nicht sagen, wem man dafür die Schuld geben sollte. </p> <p> Schon als zu Beginn des Matchs das Tor aufging, hatte “War Machine” eine eindeutige Strategie vor Augen: Verzögerung bis “Sieg oder Tod!” und Sicherstellung, dass Te bis dahin keine Leibwächter mehr blieben. “Lebensbindung” ging über den Mesmer auf den Assassinen über, der wie die Post abging, mitten durch beide Wachen der verfluchten Flamme fuhr und auf der anderen Seite sozusagen auf dem Zahnfleisch wieder herauskam, während der gebundene Mesmer sich gewissermaßen in Luft aufgelöst hatte. Seltsamerweise konnte er lediglich einen Leibwächter außer Gefecht setzen. Dabei starb er, und was eigentlich ein spielentscheidender Zug hätte sein sollen, erhielt zunächst einen Dämpfer aufgesetzt. </p> <p> In den nächsten 20 Minuten wurde heftigst gekämpft, aber in Wirklichkeit hätte man dasselbe erreicht, wenn man eine Seite aus dem Buch von EvIL und iQ genommen und sich einfach nur angestarrt hätte. Fast der gesamte von Te angerichtete Schaden wurde dank “Lebensbindung”, “Leiden heilen” und “Gruppe heilen” zusammen mit dem SM-Stoß gegen die armen Tiergefährten aufgehoben, was insgesamt einen absolut unproduktiven Kampf ergab. Viel Anerkennung verdient Planeswalker, der seinen Elementarmagier bis zur Perfektion gespielt hat, dabei jedem Übel aus dem Weg gegangen ist und in der Lage war, zwischen Ausschalten und Unterstützung umzuschalten. Doch um die 25. Minute des Matchs ging der Assassine von “War Machine” mit der Absicht zurück, die Sache zu Ende zu bringen, die er früh im Spiel begonnen hatte. </p> <p> Gefolgt von einem Illusionsmesmer, rannte die Gank-Crew von “War Machine” über die Lava zum Stützpunkt von Te und machte kurzen Prozess mit Tes verbliebenem Leibwächter sowie einer Handvoll Bogenschützen, bevor ein Team zum Gegenschlag zurückgesendet wurde. Doch der Schaden war angerichtet und Te hätte jetzt nur noch durch ein Wunder gewinnen können. </p> <p> Als der Ruf “Sieg oder Tod!” ertönte, eilten die Groller von “Treacherous Empire” der beinahe komplett verschont gebliebenen NSC-Armada entgegen. Sie hielten die NSCs für eine Weile auf, doch dann folgte die Entscheidung zum vollen Angriff. Gefangen auf engem Raum und großen Mengen Schadens ausgesetzt, wurden die Streiter von Te zu leichten Zielen für den durch “War Machines” Spike- and Doppelwellen ausgeübten Druck. Sie erlitten einen Verlust nach dem anderen, verloren die Kontrolle über die Flaggenstange und wurden zum Rückzug gezwungen. </p> <p> Wo war der “Gottlose Brunnen”? Wo die “Todesnova”? Diese Serie hätte ein drittes Spiel erleben sollen, aber stattdessen machte ein unglücklicher Fauxpas alle Hoffnungen auf ein rein amerikanisches Finale zunichte. Die dicht gedrängte Menge tobte, der Ausrufer kreischte und die Koreaner brachen in Jubel aus, als sie dem Gildenherrn ihrer Gegner kurz nach der 38. Minute den tödlichen Schlag versetzten. </p> <p> Einmal mehr hat sich Te das Herz aus dem Leibe gekämpft und bis zum bitteren Ende nicht aufgegeben, war aber schlicht und einfach nicht in der Lage, irgend etwas auszurichten. “War Machine” hat der Welt bewiesen, dass man nach wie vor das gefährlichste, unberechenbarste und disziplinierteste <i>Guild Wars</i> Team auf dem Planeten ist. Bestimmt geht die Gruppe jetzt als haushoher Favorit in das Meisterschaftsmatch. Man will sich hier keine Freunde suchen, sondern gewinnen! </p> <hr style="clear: both; visibility: hidden;" /> </div></div> </div> <div id="footer"> <div id="footer-base"> <div id="footer-nav"> <ul> <li><a href="/">Home</a></li> <li><a href="/gameplay/">Spiel</a></li> <li><a href="/gallery/">Galerie</a></li> <li><a href="/gameplay/theworld/">Die Welt</a></li> <li><a href="/press/">Presse</a></li> <li><a href="/community/">Community</a></li> <li><a href="/events/">Events</a></li> <li><a href="/support/">Support</a></li> </ul> </div> <div id="footer-legal"> <p>© 2009 ArenaNet, Inc. Alle Rechte vorbehalten. NCsoft, das ineinander greifende NC-Logo, ArenaNet, Guild Wars, Guild Wars Factions, Factions und alle damit zusammenhängenden NCsoft- und ArenaNet-Logos und -Designs sind Marken oder eingetragene Marken der NCsoft Corporation. Copyright © NCsoft Corporation. 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